Neues Webinar-Angebot: Für ein globales Fair Play!

Im Rahmen der Initiative “Unser Spiel für Menschenrechte”

Mit der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Katar (21. Nov. – 18. Dez. 2022) ist die Frage von Arbeits- und Menschenrechten im Rahmen von sportlichen Großereignissen wieder ins Zentrum gerückt. Die tragischen Todesfälle von hunderten Arbeitern auf den WM-Baustellen führten zu einem Aufschrei in Medien und Gesellschaft.

Wir wollen dies zum Anlass nehmen, um im Rahmen dieses Webinars die globalen Auswirkungen von Sportgroßereignissen zu beleuchten und blicken hinter die Kulissen der internationalen Sportindustrie, die den Sport selbst immer stärker in den Hintergrund treten lässt. Unter dem Motto
„Für ein globales Fair Play! – Unser Spiel für Menschrechte!“ zeigen wir Alternativen auf, wie die öffentlichkeits- und breitenwirksamen Potentiale des Sports genutzt werden können, um aktiv zur Realisierung von Menschenrechten und globaler Gerechtigkeit beizutragen.

Referent:        Mag. Michael Wögerer (Projektleiter bei weltumspannend arbeiten)

Kooperationspartner:            fairplay-Initiative (www.fairplay.or.at)

Kontakt & Rückfragen:           weltumspannend arbeiten (michael.woegerer@oegb.at, 0664/2838491)

Begegnung südliches Afrika: Arbeit und Leben global gedacht

Gemeinsam mit dem Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika (SADOCC) startet die Gewerkschaft GPA ab April das Weiterbildungs- und Dialogprojekt “Begegnung südliches Afrika. Arbeit und Leben global gedacht”, in dem sich GewerkschafterInnen, AktivistInnen sowie politisch Interessierte aus Österreich, Südafrika, Namibia, Zimbabwe und Mozambique zu Arbeits- und Lebensbedingungen austauschen und sich gemeinsam der Frage stellen: Wie schaffen wir global mehr soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit?

In Seminaren und interaktiven Workshops von ExpertInnen und lokalen AktivistInnen werden anhand von konkreten Fallbeispielen in den drei Themenfeldern Weinbau und –handel, Platin- und Rohstoffabbau sowie informelle Beschäftigung Zusammenhänge zwischen internationalem Handel, kolonialer Vergangenheit und regionalen Arbeits- und Lebensbedingungen aufgezeigt. Aber auch bestehende Gegeninitiativen werden besprochen.

Feierlicher Auftakt mit Heinz Fischer und diversen ReferentInnen

Zum feierlichen Auftakt zum Projekt laden GPA und SADOCC am Montag, 28.03.2022 ab 15 Uhr ein. Neben Grußworten von RednerInnen wie Altbundespräsident Heinz Fischer wird es diverse Kurzvorträge und Interviews von ExpertInnen und lokalen ProjektpartnerInnen geben. Im Open Space können sich die BesucherInnen detaillierter zu den Schwerpunktthemen informieren und in den Austausch kommen. Für das Wohlergehen ist außerdem mit simbabwischer Musik, südafrikanischem Wein und Snacks gesorgt.

Mitmachen

Das Projekt richtet sich an alle, die Interesse haben, sich neben ihrem Alltag weiterzubilden, über den Tellerrand zu schauen und hinter die Kulissen von Lieferketten zu schauen. Die Teilnahme ist kostenlos. Vorwissen und besondere Kenntnisse werden nicht benötigt, Englischkenntnisse sind jedoch von Vorteil. Beim Besuch von zwei Seminaren kann ein Teilnahmezertifikat ausgestellt werden.

Interesse? Hier kann man sich weiter informieren und für das Projekt und die Auftaktveranstaltung anmelden: oder per Mail an dialogprojekt@sadocc.at

ILO und Katar sorgen für neue Ära der Transparenz zugunsten der Arbeitnehmerrechte

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Regierung Katars haben einen neuen Bericht über Arbeitsschutzbestimmungen für Arbeitskräfte in Katar veröffentlicht, der eine größere Offenheit und Transparenz zugunsten der Arbeitnehmerrechte widerspiegelt.

Der Bericht verdeutlicht neue Fortschritte seit der Einführung eines modernen Arbeitsbeziehungssystems in Katar, das u.a. Folgendes beinhaltet:

  • einen nicht diskriminierenden Mindestlohn für alle Beschäftigten, so dass 13% der Arbeitskräfte in Katar seit März 2021 höhere Löhne erhalten. Die Mindestlohnkommission wird 2022 eine evidenzbasierte Überprüfung des Mindestlohns vornehmen.
  • die Beendigung des Kafala-Systems durch die Abschaffung der Ausreisevisa und die Möglichkeit eines Arbeitsplatzwechsels für 242.870 Arbeitskräfte ohne die Genehmigung ihres Arbeitgebers zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 31. Oktober 2021.
  • Arbeitsgerichte, die Beschwerden im Zusammenhang mit der Nichtzahlung der Löhne und skrupellosen Arbeitgebern behandeln, einschließlich eines Unterstützungs- und Versicherungsfonds für Arbeitskräfte.
  • Hausangestellte erhalten einen standardisierten Arbeitsvertrag und eine Lohnabrechnung von ihren Arbeitgebern.
  • Gewählte Arbeitnehmerausschüsse behandeln Beschwerden auf betrieblicher Ebene, und in Sektoren wie dem Gastgewerbe, der Bauindustrie, der Sicherheitsbranche und dem Verkehrswesen wurden paritätische Ausschüsse gewählt.

“Der soziale Dialog zwischen Arbeitnehmern, Regierung und Arbeitgebern hat Katar bei seinen Arbeitsrechtsreformen als Muster gedient. Dies ist die Grundlage für die Beilegung von Arbeitnehmerbeschwerden und ein Standard für die Arbeitsbeziehungen in der gesamten Golfregion. Katars Arbeitsgesetze haben der Prüfung durch internationale Gewerkschaften standgehalten.

Ein Jahr vor der Fußballweltmeisterschaft in Katar stehen die Arbeitgeber nun auf dem Prüfstand, wenn es darum geht, ob sie die Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmerrechte in Katar einhalten. Arbeitnehmerrechtsverletzungen können jetzt durch einen Dialog mit dem Arbeitsministerium oder über die Arbeitsgerichte geklärt werden. Skrupellose Arbeitgeber können sich nicht mehr verstecken ”, erklärt IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow.

Gesetzliche Bestimmungen zum Schutz der Arbeitskräfte vor Hitzestress vom Mai 2021, mit denen die Zeiten, in denen nicht gearbeitet werden darf, ausgeweitet wurden, und die im Jahr 2019 durchgeführte größte weltweite Untersuchung über Hitzestress bilden eine klare Basis für die Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen am Arbeitsplatz. Die ILO-Analyse arbeitsbedingter Verletzungen in Katar und das hohe Maß an Transparenz seitens der katarischen Regierung sind ein Vorbild, an dem andere Länder gemessen werden können.

“Niemand geht zur Arbeit und rechnet damit, nicht wieder nach Hause zu gehen. Dass der Arbeitsschutz nicht als Arbeitnehmerrecht anerkannt wird, ist ein globaler Skandal. In Katar werden Fortschritte erzielt, von transparenten Daten, aus denen Gefahren für die Beschäftigten hervorgehen, bis hin zu praktischen Empfehlungen nicht nur zur Schulung der Arbeitskräfte mit Blick auf Gefahren, sondern auch zur Vollstreckung der Strafen für Arbeitgeber, die sich nicht an die Regeln halten. Dass in Katar jetzt offen über Unfälle berichtet wird, untermauert solide Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz”, so Burrow.

Katars Arbeitsgesetze sind in der innerstaatlichen Gesetzgebung verankert, und obwohl die Arbeitskräfte jetzt über Rechte und Schutzmaßnahmen verfügen, werden die Inkraftsetzung und die Überprüfung im Vorfeld der Fußball-WM angesichts neu aufgedeckter Arbeitnehmerrechtsverletzungen die Gesetze weiterhin auf die Probe stellen.

“Es werden nach wie vor ausländische Arbeitskräfte nach Katar vermittelt, und wir werden nicht zulassen, dass dafür gesetzwidrige Gebühren erhoben werden. Die Arbeitgeber sollten gewarnt sein, dass diejenigen, die die gesetzlichen Bestimmungen ignorieren und rechtswidrige Vermittlungsgebühren verlangen, strafrechtlich verfolgt werden. Die Kultur der Straffreiheit für Arbeitgeber, die die neuen Arbeitsgesetze missachten, geht zu Ende. Die Arbeitskräfte in Katar verfügen über Rechte und Schutzmaßnahmen im Einklang mit internationalen Normen, die durch die Arbeitsgerichte gewahrt werden. Es wird Angst geschürt, um Beschäftigte einzuschüchtern und die mit Gewerkschaften und der Internationalen Arbeitsorganisation ausgehandelten Arbeitsgesetze zu diskreditieren. Die Gesetze sind vorhanden, jetzt müssen sie dazu genutzt werden, um die Arbeitnehmerrechte zu schützen und Missstände zu beseitigen”, fordert Sharan Burrow.

VIDEO: Industrie – gestern, heute, morgen?

Die Globalisierung hat für Deindustrialisierung in manchen Ländern Europas und für den Aufbau industrieller Produktionskapazitäten in anderen Teilen der Welt gesorgt (z.B. China als “Werkbank der Welt”). Bei der Veranstaltung “Nachgefragt: Industrie – gestern, heute, morgen?” am Mittwoch (3.11.) im Museum Arbeitswelt in Steyr wurde über die Bedeutung von Industrie für eine Gesellschaft gesprochen. Historiker Prof. Lutz Raphael beleuchtete Deindustrialisierung in der jüngeren europäischen Industriegeschichte, Julia Eder sprach über Ausgangslage, Herausforderungen und Chancen der österreichischen Industrie. Anschließend diskutierten die beiden über Zukunftsvisionen für die Industrie mit dem Nationalratsabgeordneten Alois Stöger und dem frisch zum Steyrer Bürgermeister gewählten Markus Vogl (SPÖ).

Tausende erhobene Hände gegen Kinderarbeit

Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ ersucht Justizministerin Zadić um Unterstützung: Gesetzlich verbindliche Maßnahmen notwendig, um Ausbeutung von Kindern zu bekämpfen.

Stundenlang gebückt schuften, dabei Staub und toxische Pestizide einatmen, schwere Kakaosäcke schleppen oder in engen, metertiefen Bergwerksschächten das Leben aufs Spiel setzen: Laut neu veröffentlichter Zahlen von UNICEF und ILO sind weltweit rund 160 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen, weitere 9 Millionen könnten aufgrund der Corona Pandemie bis 2022 dazukommen. Im internationalen Jahr gegen Kinderarbeit fordert die Initiative „Kinderarbeit stoppen“ ein entschiedenes Handeln der politischen Verantwortlichen und hat dazu heute über 2.300 Unterstützungsbotschaften an Justizministerin Alma Zadić übergeben.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2021 zum internationalen Jahr zur Beseitigung von Kinderarbeit erklärt. Ziel ist es, im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungsagenda Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen. Mit der internationalen Staatengemeinschaft hat sich auch Österreich dazu verpflichtet.

Gespräch mit Justizministerin Alma Zadić, u.a. mit Michael Wögerer, Projektleiter von weltumspannend arbeiten (Foto: Martin Gröbner)

Ein breites Bündnis rund um die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, weltumspannend arbeiten (ÖGB), Jugend Eine Welt und die Kindernothilfe Österreich hat deshalb im Rahmen der Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ dazu aufgerufen, aktiv zu werden: „Du hast es in der Hand – gemeinsam Kinderarbeit stoppen“. Menschen aus aller Welt zeigen symbolisch ihre Hand gegen Kinderarbeit und fordern die Politik zum Handeln auf. Die Mitmachaktion läuft noch bis Mitte Juli.

Als Zwischenetappe konnten heute über 2.300 Einsendungen an Justizministerin Zadić mit der Forderung, Kinderarbeit wirkungsvoll zu bekämpfen, übergeben werden. Begleitet von Kindern, die sich bereits im Vorfeld mit dem ernsten Thema auseinandergesetzt hatten, unterstrichen die Vertreter/innen vom Bündnis „Kinderarbeit stoppen” ihre zentralen Anliegen. Neben konkreter Unterstützung ärmerer Länder und dem Verzicht auf Produkte, in denen Kinderarbeit steckt, ist dies vor allem die gesetzlich verbindliche Verankerung von arbeits- und menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten entlang der globalen Lieferketten.

Kinderarbeit ist trauriger Alltag

„Ich musste arbeiten, weil meine Eltern die Schule sonst nicht bezahlen konnten. In der Schule war ich dann oft zu müde, weil ich so viele Stunden arbeiten musste“, erzählt ein ehemaliger Kinderarbeiter auf den Plantagen von Sambia.

„Wir gehen jetzt täglich mit meiner Mutter zur Arbeit. Sie ist Maurergehilfin und ich arbeite mit ihr. Wir nehmen auch meinen achtjährigen Bruder mit, weil er nicht alleine zu Hause bleiben kann“, erzählt ein zehnjähriges Mädchen aus Guatemala.

Kinderarbeit prägt noch immer den Alltag vieler Familien aus Ländern, die mit Armut zu kämpfen haben. Die COVID-Pandemie hat die Lage noch verschärft. Eine neu veröffentlichte Studie der Österreichischen Forschungsstiftung für Entwicklung (ÖFSE) beleuchtet die globale Kakao- und Schokoladenwertschöpfungskette und zeigt: Auch die süßen Versuchungen in heimischen Supermärkten sind keineswegs frei von Kinderarbeit. Die Studie macht deutlich, dass es dringend weitergehender Bemühungen in Kooperation zwischen Unternehmen, Zivilgesellschaft und Politik bedarf, um Kinderarbeit in globalen Produktionsketten zu verhindern.

In Europa werden Unternehmen für die weltweite Rohstoffgewinnung und Produktion immer mehr in die Verantwortung genommen: In Deutschland hat sich die Bundesregierung auf einen gemeinsamen Entwurf für ein Lieferkettengesetz geeinigt. Dieses wird heute, Freitag, im Plenum des Deutschen Bundestags behandelt und soll noch vor den Wahlen im September beschlossen werden. Dem österreichischen Nationalrat liegt ebenso ein Entschließungsantrag für ein solches Gesetz vor.

Große Dynamik ist auch von einem Vorstoß auf EU-Ebene zu erwarten: Die Kommission will noch im Jahr 2021 einen Vorschlag für ein sektorübergreifendes Lieferkettengesetz einbringen. Das Europäische Parlament hat bereits im Februar 2021 Vorschläge für eine Richtlinie und Verordnungsänderungen vorgelegt.

Mach mit – zeig deine Hand gegen Kinderarbeit!

152 Millionen Mädchen und Buben müssen weltweit arbeiten. Viele von ihnen unter ausbeuterischen Bedingungen. Rund 73 Millionen Kinder sind von den schlimmsten Formen von Kinderarbeit betroffen. Aufgrund der globalen Covid-Pandemie werden es täglich mehr. Helfen wir mit, ihr Leid zu stoppen.  

Du hast es in der Hand – werde Teil einer großen gemeinsamen Mosaik-Wand, teile symbolisch deine Hand gegen Kinderarbeit und fordere damit die Politik zum Handeln auf. Zeig der ganzen Welt: Es ist an der Zeit Kinderarbeit zu stoppen!

So funktioniert es: Mach gleich hier ein Foto von deiner Hand und lade es direkt auf die Mosaik-Wand hoch!
(Kinderfotos bitte nur mit Einverständnis der Kinder und Eltern hochladen.

Eine Initiative von:
Dreikönigsaktion // Butterfly Rebels // Fairtrade // Jugend Eine Welt // Kindernothilfe // weltumspannend arbeiten

„Das Recht, nicht gehen zu müssen“

weltumspannend arbeiten unterstützt gemeinsame Initiative zum Thema Europäische Politik und Fluchtursachen

Wenn über das Thema Flucht und Migration gesprochen wird und die möglichen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen, zeigt der Finger dabei oft auf die anderen. Die Ursachen für Flucht werden meist ausschließlich dort gesucht, wo das eigentliche Drama seinen Anfang nimmt. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die tatsächlichen Fluchtursachen liegen tiefer, in einem ungerechten globalen System, das Armut, Hunger, Klimaerhitzung und Kriege erzeugt.

Gemeinsam mit befreundeten Organisationen und Partnern – darunter die Arbeiterkammer Wien und das Internationale Referat im ÖGB – wollen wir in der Woche vom 7. bis 11. Juni über die wahren Fluchtursachen sprechen und dabei die zentralen Fragen der globalen Ungleichheit und der sozialen und ökologischen Gerechtigkeit in den Mittelpunkt rücken.

Die inhaltliche Grundlage zur Initiative „Das Recht, nicht gehen zu müssen“ bildet die gleichnamige AK-Studie der Politikwissenschaftlerinnen Sonja Buckel und Judith Kopp, die am 7. Juni (15 – 17 Uhr, via ZOOM) präsentiert wird. Darauf aufbauend hat die AK Wien, medico international und weltumspannend arbeiten eine einfach verständliche und illustrierte Broschüre herausgegeben, die am Mittwoch, den 9. Juni im Rahmen der Online-Diskussion “Wie ändern wir den Diskurs in Sachen Flucht & Migration” (14.00 – 15.30 Uhr, via ZOOM) vorgestellt wird. Alle Veranstaltungen der Initiativenwoche gibt es hier im Überblick.

Wir wollen progressiven AkteurInnen eine Strategie zur Hand gegeben, wie sie über Flucht sprechen können, so dass die für sie zentralen Fragen der globalen Ungleichheit und der sozialen und ökologischen Gerechtigkeit dabei in den Mittelpunkt rücken.

Ausbeuterische Kinderarbeit steigt erstmals wieder – Kampagne ruft zu politischem Handeln auf

Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, weltumspannend arbeiten, Jugend Eine Welt und die Kindernothilfe Österreich schließen sich in der Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ zusammen und rufen zu einer breiten Mitmachaktion auf: Zeig deine Hand gegen Kinderarbeit!

Weltweit sind rund 73 Millionen Kinder von den schlimmsten Formen von Kinderarbeit betroffen. Aufgrund der Covid-Pandemie werden es täglich mehr. Mit dem Aufruf „Du hast es in der Hand – gemeinsam Kinderarbeit stoppen“ können Menschen aller Altersgruppen symbolisch ihre Hand gegen Kinderarbeit zeigen und die Politik zum Handeln auffordern. Unterstützer/innen setzen ein Zeichen und senden Fotos von ihren Händen, auch gebastelt oder bemalt. Diese Bilder werden so Teil einer gemeinsamen Fotowand und werden politischen EntscheidungsträgerInnen rund um den 12. Juni 2021, dem Welttag gegen Kinderarbeit, überreicht.

Kinderarbeit ist in vielen Ländern grundsätzlich verboten, aber die Realität sieht anders aus. „In Indien nimmt die Zahl der Kinder, die die Schule abbrechen zu. Sie kommen überwiegend aus sehr bedürftigen Familien. Man muss davon ausgehen, dass die meisten von ihnen dann als ungelernte Kräfte Kinderarbeit verrichten. Schätzungen gehen von über 30 Millionen Betroffenen aus, die Zahl wird vermutlich steigen“, erklärt Joy Nedumparambil SDB von der Partnerorganisation BREADS vom Don Bosco Netzwerk in der indischen Metropole Bangalore.

Das Bündnis „Kinderarbeit stoppen!” appelliert an die österreichische Regierung, den Kampf gegen Kinderarbeit zu einer politischen Priorität zu machen. Ein umfassendes Lieferkettengesetz wäre ein wirkungsvolles Mittel, um ausbeuterische Kinderarbeit in globalen Lieferketten zu verhindern. Damit faire Produkte – frei von Kinderarbeit – auf unseren Tellern und in unseren Kleiderschränken landen. Damit entlang der Lieferketten unserer Produkte kein Schaden an Menschen und Umwelt verursacht wird.

Das Jahr 2021 wurde von der UN-Vollversammlung zum Jahr zur Beendigung von Kinderarbeit erklärt. Die aktuelle Gesundheits- und Wirtschaftskrise birgt die Gefahr, erreichte Erfolge im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit wieder zunichte zu machen. Laut einer ILO/UNICEF-Studie steigen erstmals nach 20 Jahren die Zahlen von Kinderarbeit wieder an.

Nach der UN-Konvention über die Rechte des Kindes dürfen Kinder keine Arbeiten verrichten, die gefährlich sind oder die sie in ihrer Entwicklung schädigen und es muss sichergestellt sein, dass sie zur Schule gehen können. Alle 187 Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation haben die Konvention Nr. 182 zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit ratifiziert. Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich hierbei dazu, alles zu tun, um Kinderarbeit effektiv und nachhaltig zu bekämpfen.

Neben konkreter Unterstützung in den jeweiligen Ursprungsländern, die die Initiator/innen von „Kinderarbeit stoppen!” über die Projektarbeit leisten, und bewussten Konsumentscheidungen ist vor allem die Politik gefragt, jenseits freiwilliger Bekundungen wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen.

Titelbild: Indisches Mädchen rastet sich aus. © Jugend Eine Welt / pixabay