AK-Präsident der Steiermark empfängt afrikanische GewerkschafterInnen //

Acht afrikanische GewerkschafterInnen aus französischsprachigen Subsahara-Ländern machten auf einem Steiermark-Besuch auch im Grazer Stiftingtal Station, wo sie von AK-Präsident Josef Pesserl herzlich willkommen geheißen wurden.

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Die Gruppe gehörte einer 16-köpfigen Delegation an, die im Rahmen ihrer ILO-Abschlussreise (International Labour Organisation) einige Tage in Österreich zu Gast war. Nach einem Betriebsbesuch bei AGRANA in Gleisdorf wurden die vom Verein „weltumspannend arbeiten“ betreuten GewerkschafterInnen vom AK-Präsidenten Josef Pesserl und dem Leiter der Otto-Möbes-Akadamie, Prof. Albert Kaufmann, im Bildungshaus der steirischen Arbeiterkammer empfangen. Dabei konnten sich die Afrikaniner mit den TeilnehmerInnen der Betriebsratsakademie ausführlich unterhalten, austauschen und Kontakte knüpfen.

Andere (Gewerkschafts-)Welten

Gewerkschaftliche Aktivitäten versprechen auf dem schwarzen Kontinent kein leichtes Leben. Teilweise werden GewerkschaftsführerInnen Opfer gezielter Angriffe und  Mordversuche. Oder wie ein Delegationsmitglied schilderte: „Wenn du in der Gewerkschaft bist, solltest du keine Familie haben.“ Das Streikrecht wird in der Praxis oft verletzt. Beschäftigte sehen sich regelmäßig Strafmaßnahmen ausgesetzt, weil sie an Streiks teilgenommen haben, die oft von der Polizei gewaltsam beendet werden. Die gewerkschaftliche Organisation in Afrika ist auf nationaler und regionaler Ebene schwach, berichtet die Friedrich-Ebert-Stiftung von überalterten Strukturen mit männlicher Dominanz. Trotz dieser Schwächen spielen die Gewerkschaften in der Politik in vielen Ländern eine wichtige Rolle. Unter den zivilgesellschaftlichen Organisationen haben sie oft das höchste Mobilisierungspotenzial.

Wie die Uhren hier anders gehen, konnten die Gäste beim Betriebsbesuch in der Agrana feststellen: Laut ÖGB-Bildungssekretär Klaus Breuss zeigten sich die GewerkschafterInnen etwa darüber verwundert, dass das Gesundheitssystem in Österreich eine ärztliche Versorgung der Beschäftigten im Betrieb überflüssig mache.

Quelle: http://stmk.arbeiterkammer.at/service/presse/pressemitteilungen/Afrika.html