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TUSM – A Trade Union School for Moldova – Democracy needs Democrats

Am 14. September 2012 wurde die erste Gewerkschaftsschule nach österreichischem Vorbild in Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau, gestartet.  Mit 18 Teilnehmerinnen und 6 Teilnehmern übersteigt das Interesse selbst die Erwartungen der Partnerschaft, die dieses Projekt initiiert und ermöglicht hat.

Ein Projekt schreibt Geschichte – wie es dazu kam

Mit viel Erfahrung im Gepäck ist Sepp Wall-Strasser, ÖGB-Bildungssekretär in OÖ, 2006 nach Moldawien gereist und hatte die Gelegenheit das Modell der Gewerkschaftsschule beim Dachverband einiger Moldauischer Gewerkschaften vorzustellen. Nicht zuletzt durch starkes persönliches Interesse von Oleg Budza, dem Präsidenten des Gewerkschaftsverbandes CNSM konnte die Idee im Laufe der Jahre reifen und ein gemeinsames Pilotprojekt entwickelt werden.

Was will die Gewerkschaftsschule in Moldawien?

Die Republik Moldau gilt als ärmstes Land in Europa. Seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion erlangte das Land 1991, es hat derzeit etwa 3,5 Mio Bürger und Bürgerinnen, deren monatliches Durchschnittseinkommen immer noch bei weniger als 300 Euro liegt. Eine erhebliche Anzahl lebt, aufgrund dieser enorm schwieriger Lebens- und Arbeitsbedingungen, ständig im Ausland.

Diese Kurzbeschreibung lässt bereits erahnen, wie prekär die Situation für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ist und wie wichtig eine gezielte Einbringung in die Politik der Unternehmen und das Einfordern von Rechten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist. In dieser Situation sind besonders die Betriebsräte und Betriebsrätinnen gefordert keine schlichte Alibifunktion zu erfüllen. Umso schwieriger ist es aber auch die nötige Durchsetzungskraft aufzubringen. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mobilisieren, Widerstand organisieren und konstruktiv zum Erhalt und zur Schaffung von fairen Arbeitsplätzen beizutragen ist eine große Herausforderung, besonders für Gewerkschaften, deren gesellschaftliche Wahrnehmung schwer angeschlagen ist. Ein Kernstück der Ausbildung ist daher die Auseinandersetzung mit Organizing. So werden alle TeilnehmerInnen dazu ermuntert, ein „Organizing-Projekt“ in ihrem betrieblichen Umfeld anzugehen. Eine Gewerkschaftsschule für Moldawien stellt sich in den Dienst der Demokratie und will Demokraten und Demokratinnen fördern, die sich entsprechend den Rahmenbedingungen und ihrer Möglichkeiten in die Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Situation einbringen. Das passiert in der Praxis durch die Ausbildung einer jungen Generation von gewerkschaftlichem Personal, Entwicklung der sozialen Kompetenzen, Förderung der Selbstbestimmung und des selbstständigen Aneignens und durch Motivation zum Engagement in der Zivilgesellschaft.

Die Projektpartnerschaft

Ein wesentliches Ziel der Projektpartnerschaft ist es das Modell der Gewerkschaftsschule während der zweijährigen Pilotphase bestmöglich an die Bedingungen und Bedürfnisse vor Ort anzupassen,  das Angebot als fixen Bestandteil des Bildungsangebots des Gewerkschaftsverbandes zu verankern und die Weiterführung nach Beendigung der Pilotphase in der Republik Moldau zu gewährleisten.

Die Partner, die das zweijährige Pilotvorhaben umsetzen sind das Institutul Muncii, das als Bildungshaus der CNSM, dem Dachverband der sieben teilnehmenden Gewerkschaften in der Republik Moldau beauftragt wurde sowie in Österreich der Verein weltumspannend arbeiten, ders entwicklungspolitische Verein im ÖGB, dem Österreichischen Gewerkschaftsbund. Die extrem knapp bemessenen finanziellen Mittel für die Umsetzung werden zu 50 Prozent von den Partnern geleistet. Zusätzlich wird das Projekt von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit mit einer 50zig prozentigen Co-Finanzierung unterstützt.

 

TUSM_Team mit Sepp Wall-StrasserPK_TUSM_2012Guppenfoto_2012