Das Südliche Afrika, die Welt und ich

Webinar- und Seminarangebote im Rahmen des Dialogprojekts “Begegnung südliches Afrika – Leben und Arbeit global gedacht” (SADOCC/GPA)

Einführungsworkshops (24. & 30. Mai 2022, online)

Wo genau liegen eigentlich Südafrika, Moçambique, Namibia und Zimbabwe? Was zeichnet ihre Gesellschaft, Geschichte und derzeitige politische Landschaft aus? Wie kommt es, dass das südliche Afrika so viel mehr von sozialer Ungleichheit und ökonomischen Krisen betroffen ist? Welche kolonialen Strukturen prägen die Region noch immer?

Immer mehr Menschen bezeichnen sich als Weltbürger:innen – doch was bedeutet das eigentlich wirklich? Warum ist es so wichtig “über den Tellerrand hinaus zu schauen”? Wo sehen wir in unserer Weltgesellschaft Privilegien? Wie können wir interkulturell respektvoll und auf Augenhöhe kommunizieren? Und was sollten wir in Sprache und Bildern über andere beachten?

All diese Fragen thematisieren die zwei digitalen Einführungsworkshops zum Dialogprojekt “Begegnung südliches Afrika – Leben und Arbeit global gedacht” am 24.05.2022 von 17.00 – 19.30 Uhr und 30.05.2022 von 17.00 – 19.30 Uhr (mehr Infos & Anmeldemöglichkeit)


SEMINAR: Billiger Wein mit bitterem Nachgeschmack (21. Juni 2022, Leibnitz)

Thema: Weinbau und -handel in und mit Südafrika

Termin:

21. Juni 2022, 13-17 Uhr

Ort:

Wein- & Obstbauschule Silberberg, Leibnitz (Steiermark)

Mehr Infos & Anmeldemöglichkeit

Weltumspannend arbeiten – das entwicklungspolitische Magazin am 8. März im Gespräch mit Carola Mair

Die Filmemacherin Carola Mair ist eingeladen eine Vorversion ihres  gerade entstehenden Films Precious_LIEBEnsWERT am 21. Juli im Kongresssaal der Arbeiterkammer OÖ zu präsentieren.

Die Einladung zu dieser Veranstaltung kommt von den ÖGB Frauen in OÖ in Kooperation mit weltumspannend arbeiten. Der Dokumentarfilm taucht in die Abhängigkeiten der Prostitution ein. Sandra Hochholzer spricht mit Carola Mair über diesen Film und fragt Manuela Kurz, Frauensekretärin des ÖGB OÖ, wie sich die Gewerkschaft zur Sexarbeit positioniert.

Außerdem zu hören ist ein kurzer Ausschnitt sowie Musik aus dem Testschnitt.

Zur Sendung

Neues Webinar-Angebot: Für ein globales Fair Play!

Im Rahmen der Initiative “Unser Spiel für Menschenrechte”

Mit der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Katar (21. Nov. – 18. Dez. 2022) ist die Frage von Arbeits- und Menschenrechten im Rahmen von sportlichen Großereignissen wieder ins Zentrum gerückt. Die tragischen Todesfälle von hunderten Arbeitern auf den WM-Baustellen führten zu einem Aufschrei in Medien und Gesellschaft.

Wir wollen dies zum Anlass nehmen, um im Rahmen dieses Webinars die globalen Auswirkungen von Sportgroßereignissen zu beleuchten und blicken hinter die Kulissen der internationalen Sportindustrie, die den Sport selbst immer stärker in den Hintergrund treten lässt. Unter dem Motto
„Für ein globales Fair Play! – Unser Spiel für Menschrechte!“ zeigen wir Alternativen auf, wie die öffentlichkeits- und breitenwirksamen Potentiale des Sports genutzt werden können, um aktiv zur Realisierung von Menschenrechten und globaler Gerechtigkeit beizutragen.

Referent:        Mag. Michael Wögerer (Projektleiter bei weltumspannend arbeiten)

Kooperationspartner:            fairplay-Initiative (www.fairplay.or.at)

Kontakt & Rückfragen:           weltumspannend arbeiten (michael.woegerer@oegb.at, 0664/2838491)

Begegnung südliches Afrika: Arbeit und Leben global gedacht

Gemeinsam mit dem Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika (SADOCC) startet die Gewerkschaft GPA ab April das Weiterbildungs- und Dialogprojekt “Begegnung südliches Afrika. Arbeit und Leben global gedacht”, in dem sich GewerkschafterInnen, AktivistInnen sowie politisch Interessierte aus Österreich, Südafrika, Namibia, Zimbabwe und Mozambique zu Arbeits- und Lebensbedingungen austauschen und sich gemeinsam der Frage stellen: Wie schaffen wir global mehr soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit?

In Seminaren und interaktiven Workshops von ExpertInnen und lokalen AktivistInnen werden anhand von konkreten Fallbeispielen in den drei Themenfeldern Weinbau und –handel, Platin- und Rohstoffabbau sowie informelle Beschäftigung Zusammenhänge zwischen internationalem Handel, kolonialer Vergangenheit und regionalen Arbeits- und Lebensbedingungen aufgezeigt. Aber auch bestehende Gegeninitiativen werden besprochen.

Feierlicher Auftakt mit Heinz Fischer und diversen ReferentInnen

Zum feierlichen Auftakt zum Projekt laden GPA und SADOCC am Montag, 28.03.2022 ab 15 Uhr ein. Neben Grußworten von RednerInnen wie Altbundespräsident Heinz Fischer wird es diverse Kurzvorträge und Interviews von ExpertInnen und lokalen ProjektpartnerInnen geben. Im Open Space können sich die BesucherInnen detaillierter zu den Schwerpunktthemen informieren und in den Austausch kommen. Für das Wohlergehen ist außerdem mit simbabwischer Musik, südafrikanischem Wein und Snacks gesorgt.

Mitmachen

Das Projekt richtet sich an alle, die Interesse haben, sich neben ihrem Alltag weiterzubilden, über den Tellerrand zu schauen und hinter die Kulissen von Lieferketten zu schauen. Die Teilnahme ist kostenlos. Vorwissen und besondere Kenntnisse werden nicht benötigt, Englischkenntnisse sind jedoch von Vorteil. Beim Besuch von zwei Seminaren kann ein Teilnahmezertifikat ausgestellt werden.

Interesse? Hier kann man sich weiter informieren und für das Projekt und die Auftaktveranstaltung anmelden: oder per Mail an dialogprojekt@sadocc.at

Projektabschluss Auf in die Regionen!

Auf in die Regionen! Gewerkschaftliche Bildungsprogramme für Arbeitsrechte in Georgien

Das Projekt, das das Team von weltumspannend arbeiten in den letzten sechs Jahren sehr oft nach Georgien geführt hat.

Das Projekt, im Zuge dessen gemeinsam mit dem Georgischen Gewerkschaftsbund die gewerkschaftsschule in Georgien aufgebaut wurde.

Das Projekt, im Zuge dessen insgesamt sechs Gewerkschaftsschulen in der Hauptstadt Tbilissi, am Schwarzen Meer in Batumi und in der Textilproduktions- und Bergbauregion in Kutaisi durchgeführt wurden mit insgesamt 122 Teilnehmer*innen.

Das Projekt, im Zuge dessen zwei Organizing-Lehrgänge in Tbilisi angeboten wurden, die von 41 Teilnehmer*innen besucht wurden.

Das Projekt, im Zuge dessen ein regionales Gewerkschaftsbüro für die Region Imeretien eingerichtet wurde, wo Rechtsberatung für Mitglieder angeboten wird.

Das Projekt, im Zuge dessen die Fotoausstellung „Ringen um Arbeitsrechte in Georgien“ zu Arbeits- und Lebensbedingungen in Georgien in vier Städten gezeigt werden konnte: Gallneukirchen, Linz, Wien und Graz.

Dieses Projekt wird mit Jahresende abgeschlossen sein.

Wir danken unseren Partner*innen von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, vom Land OÖ sowie von der Friedrich Ebert Stiftung in Tbilisi und dem Georgischen Gewerkschaftsbund ganz herzlich für ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Und wir wünschen der Gewerkschaftsschule in Georgien alles Gute für die Zukunft!

ILO und Katar sorgen für neue Ära der Transparenz zugunsten der Arbeitnehmerrechte

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Regierung Katars haben einen neuen Bericht über Arbeitsschutzbestimmungen für Arbeitskräfte in Katar veröffentlicht, der eine größere Offenheit und Transparenz zugunsten der Arbeitnehmerrechte widerspiegelt.

Der Bericht verdeutlicht neue Fortschritte seit der Einführung eines modernen Arbeitsbeziehungssystems in Katar, das u.a. Folgendes beinhaltet:

  • einen nicht diskriminierenden Mindestlohn für alle Beschäftigten, so dass 13% der Arbeitskräfte in Katar seit März 2021 höhere Löhne erhalten. Die Mindestlohnkommission wird 2022 eine evidenzbasierte Überprüfung des Mindestlohns vornehmen.
  • die Beendigung des Kafala-Systems durch die Abschaffung der Ausreisevisa und die Möglichkeit eines Arbeitsplatzwechsels für 242.870 Arbeitskräfte ohne die Genehmigung ihres Arbeitgebers zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 31. Oktober 2021.
  • Arbeitsgerichte, die Beschwerden im Zusammenhang mit der Nichtzahlung der Löhne und skrupellosen Arbeitgebern behandeln, einschließlich eines Unterstützungs- und Versicherungsfonds für Arbeitskräfte.
  • Hausangestellte erhalten einen standardisierten Arbeitsvertrag und eine Lohnabrechnung von ihren Arbeitgebern.
  • Gewählte Arbeitnehmerausschüsse behandeln Beschwerden auf betrieblicher Ebene, und in Sektoren wie dem Gastgewerbe, der Bauindustrie, der Sicherheitsbranche und dem Verkehrswesen wurden paritätische Ausschüsse gewählt.

“Der soziale Dialog zwischen Arbeitnehmern, Regierung und Arbeitgebern hat Katar bei seinen Arbeitsrechtsreformen als Muster gedient. Dies ist die Grundlage für die Beilegung von Arbeitnehmerbeschwerden und ein Standard für die Arbeitsbeziehungen in der gesamten Golfregion. Katars Arbeitsgesetze haben der Prüfung durch internationale Gewerkschaften standgehalten.

Ein Jahr vor der Fußballweltmeisterschaft in Katar stehen die Arbeitgeber nun auf dem Prüfstand, wenn es darum geht, ob sie die Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmerrechte in Katar einhalten. Arbeitnehmerrechtsverletzungen können jetzt durch einen Dialog mit dem Arbeitsministerium oder über die Arbeitsgerichte geklärt werden. Skrupellose Arbeitgeber können sich nicht mehr verstecken ”, erklärt IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow.

Gesetzliche Bestimmungen zum Schutz der Arbeitskräfte vor Hitzestress vom Mai 2021, mit denen die Zeiten, in denen nicht gearbeitet werden darf, ausgeweitet wurden, und die im Jahr 2019 durchgeführte größte weltweite Untersuchung über Hitzestress bilden eine klare Basis für die Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen am Arbeitsplatz. Die ILO-Analyse arbeitsbedingter Verletzungen in Katar und das hohe Maß an Transparenz seitens der katarischen Regierung sind ein Vorbild, an dem andere Länder gemessen werden können.

“Niemand geht zur Arbeit und rechnet damit, nicht wieder nach Hause zu gehen. Dass der Arbeitsschutz nicht als Arbeitnehmerrecht anerkannt wird, ist ein globaler Skandal. In Katar werden Fortschritte erzielt, von transparenten Daten, aus denen Gefahren für die Beschäftigten hervorgehen, bis hin zu praktischen Empfehlungen nicht nur zur Schulung der Arbeitskräfte mit Blick auf Gefahren, sondern auch zur Vollstreckung der Strafen für Arbeitgeber, die sich nicht an die Regeln halten. Dass in Katar jetzt offen über Unfälle berichtet wird, untermauert solide Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz”, so Burrow.

Katars Arbeitsgesetze sind in der innerstaatlichen Gesetzgebung verankert, und obwohl die Arbeitskräfte jetzt über Rechte und Schutzmaßnahmen verfügen, werden die Inkraftsetzung und die Überprüfung im Vorfeld der Fußball-WM angesichts neu aufgedeckter Arbeitnehmerrechtsverletzungen die Gesetze weiterhin auf die Probe stellen.

“Es werden nach wie vor ausländische Arbeitskräfte nach Katar vermittelt, und wir werden nicht zulassen, dass dafür gesetzwidrige Gebühren erhoben werden. Die Arbeitgeber sollten gewarnt sein, dass diejenigen, die die gesetzlichen Bestimmungen ignorieren und rechtswidrige Vermittlungsgebühren verlangen, strafrechtlich verfolgt werden. Die Kultur der Straffreiheit für Arbeitgeber, die die neuen Arbeitsgesetze missachten, geht zu Ende. Die Arbeitskräfte in Katar verfügen über Rechte und Schutzmaßnahmen im Einklang mit internationalen Normen, die durch die Arbeitsgerichte gewahrt werden. Es wird Angst geschürt, um Beschäftigte einzuschüchtern und die mit Gewerkschaften und der Internationalen Arbeitsorganisation ausgehandelten Arbeitsgesetze zu diskreditieren. Die Gesetze sind vorhanden, jetzt müssen sie dazu genutzt werden, um die Arbeitnehmerrechte zu schützen und Missstände zu beseitigen”, fordert Sharan Burrow.

Neue Broschüre: Working Woman Worldwide

Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen, weltumspannend arbeiten, November 2021
(informations in english: Working and Living Conditions of Women)

Weltweit spielen Frauen gesellschaftlich tragende Rollen. In vielen Lebensbereichen wie Kindererziehung, Haushalt, ehrenamtliches Engagement und Pflege von Angehörigensind es Frauen, die den Großteil der Arbeit stemmen. Meist werden genau diese wichtigen Aufgaben gar nicht oder schlecht bezahlt und finden wenig Anerkennung.

Mit dieser Broschüre wollen wir Frauen in den Mittelpunkt rücken. Jede Frau erzählt dabei ihre individuelle Geschichte und zeigt der Leserin und dem Leser, welchen wertvollen Beitrag sie für die Gesellschaft leistet. Gleichzeitig zeigt diese Broschüre auch Kooperationen über Ländergrenzen hinweg, die als leuchtende Beispiele für erfolgreiche Zusammenarbeit dienen. Menschenwürdige Bedingungen als Grundlage jeglichen Tuns sind ein Gewinn für alle!


Zum Downloaden & Ausdrucken:

New brochure: Working Women Worldwide

Working and Living Conditions of Women, working globally, november 2021

Recently, ‘working globally,’ the development policy project within the Austrian Trade Union Federation (ÖGB), published the brochure ‘Working Women Worldwide.’

The main objective of the brochure is to inform the German-speaking trade union members about the diverging working and living conditions of women in various parts of the world and to sensitise them regarding the specific situation – and sometimes discrimination – of women on the labour market. Furthermore, the brochure deals with the challenges to reconcile paid work and unpaid household and care work.

The Covid-19 pandemic provided an additional motive to produce the brochure, as 70% of the employees in health and social sector jobs around the globe are women, according to ILO data, and women were particularly affected by closed schools and kindergartens. Moreover, the average gender pay gap witnessed in 73 countries, encompassing more than 80% of the world’s employees, is still on average 20%.

In the first section, the brochure provides basic information on the labour background of International Women’s Day and on the history of women’s suffrage. Afterwards, it introduces the 2030 Agenda for Sustainable Development and pays particular attention to the Sustainable Development Goal 5 (SDG 5) ‘Achieve gender equality and empower all women and girls.’.

In the second section, the brochure introduces successful examples of international cooperation. The section includes such diverse projects as the Bbindawuko Banakazi Fishing Cooperative Ltd., initiated by Zubo Trust and supported in media questions by Claudia Wegener / Radio Continental Drift. Another example is the Austrian fair fashion brand ‘Fairytale,’ which closely cooperates with a small Nepalese tailor’s shop using ecological and fair methods of production.

The project ‘Speaking out loud’ trains interested people, many of whom are women and/or with migrant background, to engage in community-based media productions. It is a cooperation between Frauen*solidarität (women solidarity), the Cyprus Community Media Center (CCMC) and Desi Radio – Panjabi Centre (PC).

Another project portrayed in this section is the establishment of a Trade Union School in Georgia, inspired by the Austrian model of trade union schools, with the support of ‘working globally,’ the development policy project within the Austrian Trade Union Federation (ÖGB). The aim is to educate Georgian workers and trade union activists regarding labour law, organising and the history of the labour movement to provide them with tools for strengthening their organisational structures and for dealing with current and future labour struggles.

The Fund Sukhumi, also based in Georgia, was founded by displaced women that had to flee from Abkhazia due to the armed conflict at the beginning of the 1990s. The fund organises educational, economic, social, and cultural activities in the field of peaceful conflict resolution and empowers women to actively participate in democracy building in the Georgian society.

The last presented cooperation project is APROLMA, a women cooperative of coffee farmers in Honduras, which autonomously grows and distributes its organic coffee. The coffee beans are imported by EZA Fair Trade and are used for ADELANTE coffee which is sold in fair trade stores.

The third section is called ‘Decent Work for a Decent Life.’ It portrays women from five different countries in the Global South and two successor states of former Soviet Union republics who are committed to improve the local and/or national working conditions, may it be as trade union members or officials or in the framework of NGOs or associations of informal workers.

The last and biggest section deals with the diverging working and living conditions of women around the globe. In this section, twelve women talk about their lives. As they come from many different countries such as Latvia, Rumania, Palestine, Georgia, Greece, Austria, Brazil, Iraq, Kenya, Sweden, Zimbabwe, and Ruanda, their experiences show the diversity of working and living conditions women face in different parts of the world.

Finally, some tables provide data on the home countries of the portrayed women in order to allow for comparisons of the economic, social, and labour situation in different EU member countries and between different countries in the Global South and in the Post-Soviet Space.

Zur Broschüre (deutsch): Working Woman Worldwide

VIDEO: Industrie – gestern, heute, morgen?

Die Globalisierung hat für Deindustrialisierung in manchen Ländern Europas und für den Aufbau industrieller Produktionskapazitäten in anderen Teilen der Welt gesorgt (z.B. China als “Werkbank der Welt”). Bei der Veranstaltung “Nachgefragt: Industrie – gestern, heute, morgen?” am Mittwoch (3.11.) im Museum Arbeitswelt in Steyr wurde über die Bedeutung von Industrie für eine Gesellschaft gesprochen. Historiker Prof. Lutz Raphael beleuchtete Deindustrialisierung in der jüngeren europäischen Industriegeschichte, Julia Eder sprach über Ausgangslage, Herausforderungen und Chancen der österreichischen Industrie. Anschließend diskutierten die beiden über Zukunftsvisionen für die Industrie mit dem Nationalratsabgeordneten Alois Stöger und dem frisch zum Steyrer Bürgermeister gewählten Markus Vogl (SPÖ).

Neue Projektkooperation mit Südwind und RepaNet

AK – FAIRE ELEKTRONIK-LIEFERKETTEN

Problemstellung

Die Digitalisierung wird durch die Elektronikindustrie ermöglicht. Arbeiter*innen leiden aufgrund rechtlicher Grauzonen unter schlechten Arbeitsbedingungen. Leider ist die Ausbeutung von Arbeitnehmer*innen und der Natur Teil der alltäglichen Realität in der Elektronikindustrie und in deren vorgelagerten Rohstoffsektoren, welche die Basis der sich vollziehenden Digitalisierung bilden. Es fehlt an Transparenz in den Lieferketten und mangelt an Bewusstsein zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie. Unternehmen und auch öffentliche Institutionen richten sich bei der notwendigen Beschaffung von elektronischen Geräten eher nach den geringsten Kosten anstatt nach sozialen und ökologischen Kriterien.

Lösungsansätze

Mit Hilfe gewerkschaftlicher Aktivist*innen in den Produktionsländern recherchieren wir zu blinden Flecken in Bezug auf Arbeitnehmer*innenschutz und publizieren neue Fakten.

Für die Solidarität unter den Arbeiter*innen und die Möglichkeit zur Mitbestimmung braucht es Bewusstsein für diese Problemfelder der Digitalisierung. Mit Bildungsformaten für Betriebsrät*innen, Lehrlinge und Multiplikator*innen machen wir die realen Auswirkungen auf die Arbeitspraxis und Verbesserungsmöglichkeiten sichtbar.

Wir werden gemeinsam mit Betriebsrät*innen Muster-Kriterien für Ausschreibungen erarbeiten, welche bei der Beschaffung von Elektronik in den Betrieben eingesetzt werden sollen. Dadurch werden Arbeitnehmer*innen in Österreich digitale Geräte zur Verfügung haben, welche unter Achtung von Menschen- und Arbeitsrechten hergestellt wurden.

Projekt – Ziele

Im Projekt “AK – Faire Elektronik-Lieferketten” arbeiten RepaNet und weltumspannend unter der Leitung von Südwind von Oktober 2021 bis September 2023 an dem Ziel, die Lieferkette der Elektronikindustrie transparenter, gerechter sowie klima- und umweltfreundlicher zu gestalten.