Tausende erhobene Hände gegen Kinderarbeit

Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ ersucht Justizministerin Zadić um Unterstützung: Gesetzlich verbindliche Maßnahmen notwendig, um Ausbeutung von Kindern zu bekämpfen.

Stundenlang gebückt schuften, dabei Staub und toxische Pestizide einatmen, schwere Kakaosäcke schleppen oder in engen, metertiefen Bergwerksschächten das Leben aufs Spiel setzen: Laut neu veröffentlichter Zahlen von UNICEF und ILO sind weltweit rund 160 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen, weitere 9 Millionen könnten aufgrund der Corona Pandemie bis 2022 dazukommen. Im internationalen Jahr gegen Kinderarbeit fordert die Initiative „Kinderarbeit stoppen“ ein entschiedenes Handeln der politischen Verantwortlichen und hat dazu heute über 2.300 Unterstützungsbotschaften an Justizministerin Alma Zadić übergeben.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2021 zum internationalen Jahr zur Beseitigung von Kinderarbeit erklärt. Ziel ist es, im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungsagenda Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen. Mit der internationalen Staatengemeinschaft hat sich auch Österreich dazu verpflichtet.

Gespräch mit Justizministerin Alma Zadić, u.a. mit Michael Wögerer, Projektleiter von weltumspannend arbeiten (Foto: Martin Gröbner)

Ein breites Bündnis rund um die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, weltumspannend arbeiten (ÖGB), Jugend Eine Welt und die Kindernothilfe Österreich hat deshalb im Rahmen der Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ dazu aufgerufen, aktiv zu werden: „Du hast es in der Hand – gemeinsam Kinderarbeit stoppen“. Menschen aus aller Welt zeigen symbolisch ihre Hand gegen Kinderarbeit und fordern die Politik zum Handeln auf. Die Mitmachaktion läuft noch bis Mitte Juli.

Als Zwischenetappe konnten heute über 2.300 Einsendungen an Justizministerin Zadić mit der Forderung, Kinderarbeit wirkungsvoll zu bekämpfen, übergeben werden. Begleitet von Kindern, die sich bereits im Vorfeld mit dem ernsten Thema auseinandergesetzt hatten, unterstrichen die Vertreter/innen vom Bündnis „Kinderarbeit stoppen” ihre zentralen Anliegen. Neben konkreter Unterstützung ärmerer Länder und dem Verzicht auf Produkte, in denen Kinderarbeit steckt, ist dies vor allem die gesetzlich verbindliche Verankerung von arbeits- und menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten entlang der globalen Lieferketten.

Kinderarbeit ist trauriger Alltag

„Ich musste arbeiten, weil meine Eltern die Schule sonst nicht bezahlen konnten. In der Schule war ich dann oft zu müde, weil ich so viele Stunden arbeiten musste“, erzählt ein ehemaliger Kinderarbeiter auf den Plantagen von Sambia.

„Wir gehen jetzt täglich mit meiner Mutter zur Arbeit. Sie ist Maurergehilfin und ich arbeite mit ihr. Wir nehmen auch meinen achtjährigen Bruder mit, weil er nicht alleine zu Hause bleiben kann“, erzählt ein zehnjähriges Mädchen aus Guatemala.

Kinderarbeit prägt noch immer den Alltag vieler Familien aus Ländern, die mit Armut zu kämpfen haben. Die COVID-Pandemie hat die Lage noch verschärft. Eine neu veröffentlichte Studie der Österreichischen Forschungsstiftung für Entwicklung (ÖFSE) beleuchtet die globale Kakao- und Schokoladenwertschöpfungskette und zeigt: Auch die süßen Versuchungen in heimischen Supermärkten sind keineswegs frei von Kinderarbeit. Die Studie macht deutlich, dass es dringend weitergehender Bemühungen in Kooperation zwischen Unternehmen, Zivilgesellschaft und Politik bedarf, um Kinderarbeit in globalen Produktionsketten zu verhindern.

In Europa werden Unternehmen für die weltweite Rohstoffgewinnung und Produktion immer mehr in die Verantwortung genommen: In Deutschland hat sich die Bundesregierung auf einen gemeinsamen Entwurf für ein Lieferkettengesetz geeinigt. Dieses wird heute, Freitag, im Plenum des Deutschen Bundestags behandelt und soll noch vor den Wahlen im September beschlossen werden. Dem österreichischen Nationalrat liegt ebenso ein Entschließungsantrag für ein solches Gesetz vor.

Große Dynamik ist auch von einem Vorstoß auf EU-Ebene zu erwarten: Die Kommission will noch im Jahr 2021 einen Vorschlag für ein sektorübergreifendes Lieferkettengesetz einbringen. Das Europäische Parlament hat bereits im Februar 2021 Vorschläge für eine Richtlinie und Verordnungsänderungen vorgelegt.

Mach mit – zeig deine Hand gegen Kinderarbeit!

152 Millionen Mädchen und Buben müssen weltweit arbeiten. Viele von ihnen unter ausbeuterischen Bedingungen. Rund 73 Millionen Kinder sind von den schlimmsten Formen von Kinderarbeit betroffen. Aufgrund der globalen Covid-Pandemie werden es täglich mehr. Helfen wir mit, ihr Leid zu stoppen.  

Du hast es in der Hand – werde Teil einer großen gemeinsamen Mosaik-Wand, teile symbolisch deine Hand gegen Kinderarbeit und fordere damit die Politik zum Handeln auf. Zeig der ganzen Welt: Es ist an der Zeit Kinderarbeit zu stoppen!

So funktioniert es: Mach gleich hier ein Foto von deiner Hand und lade es direkt auf die Mosaik-Wand hoch!
(Kinderfotos bitte nur mit Einverständnis der Kinder und Eltern hochladen.

Eine Initiative von:
Dreikönigsaktion // Butterfly Rebels // Fairtrade // Jugend Eine Welt // Kindernothilfe // weltumspannend arbeiten

„Das Recht, nicht gehen zu müssen“

weltumspannend arbeiten unterstützt gemeinsame Initiative zum Thema Europäische Politik und Fluchtursachen

Wenn über das Thema Flucht und Migration gesprochen wird und die möglichen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen, zeigt der Finger dabei oft auf die anderen. Die Ursachen für Flucht werden meist ausschließlich dort gesucht, wo das eigentliche Drama seinen Anfang nimmt. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die tatsächlichen Fluchtursachen liegen tiefer, in einem ungerechten globalen System, das Armut, Hunger, Klimaerhitzung und Kriege erzeugt.

Gemeinsam mit befreundeten Organisationen und Partnern – darunter die Arbeiterkammer Wien und das Internationale Referat im ÖGB – wollen wir in der Woche vom 7. bis 11. Juni über die wahren Fluchtursachen sprechen und dabei die zentralen Fragen der globalen Ungleichheit und der sozialen und ökologischen Gerechtigkeit in den Mittelpunkt rücken.

Die inhaltliche Grundlage zur Initiative „Das Recht, nicht gehen zu müssen“ bildet die gleichnamige AK-Studie der Politikwissenschaftlerinnen Sonja Buckel und Judith Kopp, die am 7. Juni (15 – 17 Uhr, via ZOOM) präsentiert wird. Darauf aufbauend hat die AK Wien, medico international und weltumspannend arbeiten eine einfach verständliche und illustrierte Broschüre herausgegeben, die am Mittwoch, den 9. Juni im Rahmen der Online-Diskussion “Wie ändern wir den Diskurs in Sachen Flucht & Migration” (14.00 – 15.30 Uhr, via ZOOM) vorgestellt wird. Alle Veranstaltungen der Initiativenwoche gibt es hier im Überblick.

Wir wollen progressiven AkteurInnen eine Strategie zur Hand gegeben, wie sie über Flucht sprechen können, so dass die für sie zentralen Fragen der globalen Ungleichheit und der sozialen und ökologischen Gerechtigkeit dabei in den Mittelpunkt rücken.

Ausbeuterische Kinderarbeit steigt erstmals wieder – Kampagne ruft zu politischem Handeln auf

Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, weltumspannend arbeiten, Jugend Eine Welt und die Kindernothilfe Österreich schließen sich in der Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ zusammen und rufen zu einer breiten Mitmachaktion auf: Zeig deine Hand gegen Kinderarbeit!

Weltweit sind rund 73 Millionen Kinder von den schlimmsten Formen von Kinderarbeit betroffen. Aufgrund der Covid-Pandemie werden es täglich mehr. Mit dem Aufruf „Du hast es in der Hand – gemeinsam Kinderarbeit stoppen“ können Menschen aller Altersgruppen symbolisch ihre Hand gegen Kinderarbeit zeigen und die Politik zum Handeln auffordern. Unterstützer/innen setzen ein Zeichen und senden Fotos von ihren Händen, auch gebastelt oder bemalt. Diese Bilder werden so Teil einer gemeinsamen Fotowand und werden politischen EntscheidungsträgerInnen rund um den 12. Juni 2021, dem Welttag gegen Kinderarbeit, überreicht.

Kinderarbeit ist in vielen Ländern grundsätzlich verboten, aber die Realität sieht anders aus. „In Indien nimmt die Zahl der Kinder, die die Schule abbrechen zu. Sie kommen überwiegend aus sehr bedürftigen Familien. Man muss davon ausgehen, dass die meisten von ihnen dann als ungelernte Kräfte Kinderarbeit verrichten. Schätzungen gehen von über 30 Millionen Betroffenen aus, die Zahl wird vermutlich steigen“, erklärt Joy Nedumparambil SDB von der Partnerorganisation BREADS vom Don Bosco Netzwerk in der indischen Metropole Bangalore.

Das Bündnis „Kinderarbeit stoppen!” appelliert an die österreichische Regierung, den Kampf gegen Kinderarbeit zu einer politischen Priorität zu machen. Ein umfassendes Lieferkettengesetz wäre ein wirkungsvolles Mittel, um ausbeuterische Kinderarbeit in globalen Lieferketten zu verhindern. Damit faire Produkte – frei von Kinderarbeit – auf unseren Tellern und in unseren Kleiderschränken landen. Damit entlang der Lieferketten unserer Produkte kein Schaden an Menschen und Umwelt verursacht wird.

Das Jahr 2021 wurde von der UN-Vollversammlung zum Jahr zur Beendigung von Kinderarbeit erklärt. Die aktuelle Gesundheits- und Wirtschaftskrise birgt die Gefahr, erreichte Erfolge im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit wieder zunichte zu machen. Laut einer ILO/UNICEF-Studie steigen erstmals nach 20 Jahren die Zahlen von Kinderarbeit wieder an.

Nach der UN-Konvention über die Rechte des Kindes dürfen Kinder keine Arbeiten verrichten, die gefährlich sind oder die sie in ihrer Entwicklung schädigen und es muss sichergestellt sein, dass sie zur Schule gehen können. Alle 187 Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation haben die Konvention Nr. 182 zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit ratifiziert. Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich hierbei dazu, alles zu tun, um Kinderarbeit effektiv und nachhaltig zu bekämpfen.

Neben konkreter Unterstützung in den jeweiligen Ursprungsländern, die die Initiator/innen von „Kinderarbeit stoppen!” über die Projektarbeit leisten, und bewussten Konsumentscheidungen ist vor allem die Politik gefragt, jenseits freiwilliger Bekundungen wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen.

Titelbild: Indisches Mädchen rastet sich aus. © Jugend Eine Welt / pixabay

Virtuelles Kino & spannende Diskussion zum Klimawandel

Vergangene Woche luden das Internationale Referat im ÖGB, die PRO-GE Wien und weltumspannend arbeiten zum Online-Kinoerlebnis und anschließender Live-Diskussion über die Auswirkungen des Klimawandels am Beispiel der Marshallinseln. Einst wurden sie durch Atomwaffentests verheert, verstrahlt und vergiftet. Heute trifft „Climate Change“ die Inseln wie eine zweite riesige Bombe. Das ansteigende Meer erodiert das Land, versalzt das Grundwasser und tötet die Vegetation. Die steigenden Wassertemperaturen lassen die Korallenriffe sterben und setzen dem Fischreichtum ein Ende.

Diese dramatische Situation haben die KameradistInnen Viviana und Mark Uriona in ihrem Film „One Word – Was tust du, wenn dein Zuhause versinkt?“ gemeinsam mit den Bewohner*innen der Marshallinseln kraftvoll in Szene gesetzt. Um die Hintergründe zum Film zu erfahren und um ausgehend vom Film das Thema Klimawandel wieder stärker in den Blickpunkt zu rücken, luden wir am Donnerstag (15.4.) zu einem Online-Filmgespräch ein. Es wurde im youtube-Kanal von ÖGB International, auf der facebook-Seite von weltumspannend arbeiten live übertragen.

Der virtuelle Kinosaal ist noch bis Ende April geöffnet, um sich den Dokumentarfilm “One Word” in der englischen Sprachfassung mit deutschen Untertiteln anzuschauen (das Kennwort bekommt ihr nach einem kurzen E-Mail an international@oegb.at).

Das Filmgespräch mit Regisseurin Viviana Uriona, Kameramann Mark Uriona und Christoph Streissler, Klimaexperte der Arbeiterkammer, könnt ihr euch jederzeit hier (nochmals) zu Gemüte führen:

GLOBAL CALL: “Leben retten und Arbeitsplätze schützen!”

Impfstoffe für alle! Patente aussetzen! 

Die schwere Gesundheits- und Wirtschaftskrise, die durch die aktuelle Coronavirus-Pandemie verursacht wird, zerstört Millionen von Arbeitsplätzen und macht die verbleibenden prekär, was Armut, Elend und die wirtschaftliche und soziale Ungleichheit auf der ganzen Welt erhöht, die wiederum die Kluft zwischen Nord und Süd vergrößert. Angesichts dieses globalen Notfalls ist es dringend notwendig “Leben zu retten und Arbeitsplätze zu schützen”.
Wir müssen dazu aufrufen, dass Impfstoffe ein Gemeinwohl der Menschheit sind, von dem kein privater Profit gemacht werden darf, vor allem, weil eine große Menge an öffentlichen Geldern in ihre Entwicklung investiert wurde, und dass es eine politische und moralische Verpflichtung ist, die gesamte Bevölkerung ohne Diskriminierung des Einkommens oder der Staatsangehörigkeit zu impfen.

In diesem Zusammenhang haben Gewerkschaften, soziale Bewegungen, Organisationen der Zivilgesellschaft und Persönlichkeiten dieses Dokument unterzeichnet und rufen die Arbeitnehmer_innen auf der ganzen Welt anlässlich des Weltgesundheitstages (7. April) zu Mobilisierungen auf, um von den Regierungen und Behörden zu fordern:

  • Nach dem Kriterium “Impfstoffs für alle” zu handeln, indem ein universeller und sofortiger Zugang zu Impfstoffen für alle Menschen auf der Welt gewährleistet wird.
  • Implementierung eines internationalen Systems auf Grundlage globaler Gerechtigkeit, das sich von dem Handelsmodell unterscheidet, das derzeit den Handel und die Verteilung von Waren und Impfstoffen regelt.
  • Nein zum Impf-Nationalismus! Für das Recht auf Gesundheit als Menschenrecht!
  • Aussetzen von Patenten auf COVID-19-Impfstoffe, entweder über die nationale Gesetzgebung oder sogar innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO).
  • Entwicklung von Plänen, Programmen und finanziellen Ressourcen für den Technologietransfer und Inputs für die Impfstoffproduktion in allen Regionen und Nationen. Und auf diese Weise erstellen wir die Bedingungen für mehr Länder, um ihre eigene nationale Produktion von COVID-19-Impfstoffen aufzunehmen.
  • Universellen Zugang zu Medikamenten, Verbrauchsmaterialien, Software und Ausrüstung für die Behandlung von Patienten, die von COVID-19 betroffen sind.
  • Subventionierung aller Arbeitnehmer, Bauern, Familienunternehmen und Familien, die von informeller Wirtschaft leben, die ihr Einkommen verloren haben, indem ihnen ein Mindesteinkommen für ihr Überleben zur Verfügung gestellt wird.
  • Implementierung eines außerordentlichen Investitionsplans, um die Millionen verlorener oder gefährdeter Arbeitsplätze wiederherzustellen.

Arbeiter_innen auf der ganzen Welt fordern “Impfstoffe für alle”, menschenwürdige Arbeit und sozialen Schutz: Jetzt ist Zeit zu handeln!

Titelbild: Jeyaratnam Caniceus auf Pixabay 


Fußball-WM in Katar: Tausende tote Bauarbeiter mahnen

weltumspannend arbeiten fordert die Einhaltung von Arbeitsrechten und die Wahrung von Menschenrechten bei jeder Sportgroßveranstaltung (Presseaussendung, 24.03.2021)

Morgen findet das erste Qualifikationsspiel für die Herren-Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022 statt. Besonders Sport-Großereignisse, wie eine Fußball-WM, begeistern die Massen und genießen enorme mediale Aufmerksamkeit. Dabei darf nicht vergessen werden, unter welch ausbeuterischen Bedingungen die Baumaßnahmen für diese Weltmeisterschaft passiert sind. Aufgrund der mangelnden Sicherheit auf den Baustellen und der extremen Hitze im Wüstenstaat Katar, mussten tausende Menschen ihr Leben lassen.

Seit 2013 verfolgt weltumspannend arbeiten gemeinsam mit dem ÖGB die Geschehnisse auf den Baustellen Katars und zeigt die dramatischen Bedingungen auf. Damals forderte der Verein im Zuge der Kampagne „Rerunthevote“ des Internationalen Gewerkschaftsbunds (IGB) die FIFA auf, die Wahl Katars als Austragungsort für die WM 2022 zurückzunehmen.

Positiv anzumerken ist, dass es seither zu Verbesserungen im Arbeitsrecht in Katar gekommen ist und sich die Lage für die ArbeiterInnen auf den Baustellen insgesamt verbessert hat, was auch ein Verdienst der IGB-Kampagne ist. „Gewerkschaftliche Organisation, die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Wahrung von Menschenrechten, müssen bei jeder Sportgroßveranstaltung Voraussetzung sein. Hierfür bedarf es von der Vergabe bis zur Vollendung von Aufträgen gesetzliche Rahmenbedingungen“, fordert Peter Schissler, Vorsitzender des Vereins weltumspannend arbeiten.

Morgen findet das Spiel der österreichischen Nationalmannschaft gegen Schottland in Glasgow statt. Jener Tag, an dem auch der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels begangen wird. „Wir lenken deshalb die Aufmerksamkeit auf jene Personen, die hinter den schillernden Kulissen ihr Leben und ihre Gesundheit riskieren und fordern für die Zukunft gerechte Entlohnung und menschenwürdige Arbeitsbedingungen“, so Schissler.

Zur OTS-Aussendung

Verantwortung wahrnehmen – Kinderarbeit stoppen!

Die COVID-Pandemie macht Erfolge im Kampf gegen Kinderarbeit zunichte. Laut einer ILO/UNICEF-Studie steigt die Zahl arbeitender Kinder erstmals seit 20 Jahren wieder an. 

Ausbeuterische Kinderarbeit ist verboten – durch internationale Konventionen und nationale Gesetze vieler Länder. Dennoch gibt es sie. Viele große Konzerne haben sich freiwillig verpflichtet, etwas gegen Kinderarbeit zu unternehmen, allerdings folgen nach solchen Ankündigungen zu wenige konkrete Maßnahmen. 

Es ist daher Zeit für einen neuen, wirksamen Ansatz: Staaten wie Österreich und die Europäische Union tragen über ihre Importe von Produkten, in denen Kinderarbeit steckt, eine Mitverantwortung. Durch das Erlassen von Gesetzen können sie Unternehmen darauf verpflichten, „menschenrechtliche Sorgfaltsprüfungen“ vorzunehmen. Dadurch übernehmen sie Verantwortung dafür, dass die Menschenrechte – und dazu gehört das Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit – in globalen Lieferketten eingehalten werden.  

Kinderarbeit verletzt die Rechte der Kinder auf eine Kindheit ohne Gewalt und Ausbeutung, zerstört Zukunftschancen, verfestigt Armut und verhindert eine nachhaltige Entwicklung.   

Regierungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft müssen an einem Strang ziehen: Lassen wir Kinderarbeit Geschichte werden!  

2021 internationales Jahr gegen Kinderarbeit  

www.kinderarbeitstoppen.at