Ausbeuterische Kinderarbeit steigt erstmals wieder – Kampagne ruft zu politischem Handeln auf

Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, weltumspannend arbeiten, Jugend Eine Welt und die Kindernothilfe Österreich schließen sich in der Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ zusammen und rufen zu einer breiten Mitmachaktion auf: Zeig deine Hand gegen Kinderarbeit!

Weltweit sind rund 73 Millionen Kinder von den schlimmsten Formen von Kinderarbeit betroffen. Aufgrund der Covid-Pandemie werden es täglich mehr. Mit dem Aufruf „Du hast es in der Hand – gemeinsam Kinderarbeit stoppen“ können Menschen aller Altersgruppen symbolisch ihre Hand gegen Kinderarbeit zeigen und die Politik zum Handeln auffordern. Unterstützer/innen setzen ein Zeichen und senden Fotos von ihren Händen, auch gebastelt oder bemalt. Diese Bilder werden so Teil einer gemeinsamen Fotowand und werden politischen EntscheidungsträgerInnen rund um den 12. Juni 2021, dem Welttag gegen Kinderarbeit, überreicht.

Kinderarbeit ist in vielen Ländern grundsätzlich verboten, aber die Realität sieht anders aus. „In Indien nimmt die Zahl der Kinder, die die Schule abbrechen zu. Sie kommen überwiegend aus sehr bedürftigen Familien. Man muss davon ausgehen, dass die meisten von ihnen dann als ungelernte Kräfte Kinderarbeit verrichten. Schätzungen gehen von über 30 Millionen Betroffenen aus, die Zahl wird vermutlich steigen“, erklärt Joy Nedumparambil SDB von der Partnerorganisation BREADS vom Don Bosco Netzwerk in der indischen Metropole Bangalore.

Das Bündnis „Kinderarbeit stoppen!” appelliert an die österreichische Regierung, den Kampf gegen Kinderarbeit zu einer politischen Priorität zu machen. Ein umfassendes Lieferkettengesetz wäre ein wirkungsvolles Mittel, um ausbeuterische Kinderarbeit in globalen Lieferketten zu verhindern. Damit faire Produkte – frei von Kinderarbeit – auf unseren Tellern und in unseren Kleiderschränken landen. Damit entlang der Lieferketten unserer Produkte kein Schaden an Menschen und Umwelt verursacht wird.

Das Jahr 2021 wurde von der UN-Vollversammlung zum Jahr zur Beendigung von Kinderarbeit erklärt. Die aktuelle Gesundheits- und Wirtschaftskrise birgt die Gefahr, erreichte Erfolge im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit wieder zunichte zu machen. Laut einer ILO/UNICEF-Studie steigen erstmals nach 20 Jahren die Zahlen von Kinderarbeit wieder an.

Nach der UN-Konvention über die Rechte des Kindes dürfen Kinder keine Arbeiten verrichten, die gefährlich sind oder die sie in ihrer Entwicklung schädigen und es muss sichergestellt sein, dass sie zur Schule gehen können. Alle 187 Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation haben die Konvention Nr. 182 zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit ratifiziert. Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich hierbei dazu, alles zu tun, um Kinderarbeit effektiv und nachhaltig zu bekämpfen.

Neben konkreter Unterstützung in den jeweiligen Ursprungsländern, die die Initiator/innen von „Kinderarbeit stoppen!” über die Projektarbeit leisten, und bewussten Konsumentscheidungen ist vor allem die Politik gefragt, jenseits freiwilliger Bekundungen wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen.

Titelbild: Indisches Mädchen rastet sich aus. © Jugend Eine Welt / pixabay

Virtuelles Kino & spannende Diskussion zum Klimawandel

Vergangene Woche luden das Internationale Referat im ÖGB, die PRO-GE Wien und weltumspannend arbeiten zum Online-Kinoerlebnis und anschließender Live-Diskussion über die Auswirkungen des Klimawandels am Beispiel der Marshallinseln. Einst wurden sie durch Atomwaffentests verheert, verstrahlt und vergiftet. Heute trifft „Climate Change“ die Inseln wie eine zweite riesige Bombe. Das ansteigende Meer erodiert das Land, versalzt das Grundwasser und tötet die Vegetation. Die steigenden Wassertemperaturen lassen die Korallenriffe sterben und setzen dem Fischreichtum ein Ende.

Diese dramatische Situation haben die KameradistInnen Viviana und Mark Uriona in ihrem Film „One Word – Was tust du, wenn dein Zuhause versinkt?“ gemeinsam mit den Bewohner*innen der Marshallinseln kraftvoll in Szene gesetzt. Um die Hintergründe zum Film zu erfahren und um ausgehend vom Film das Thema Klimawandel wieder stärker in den Blickpunkt zu rücken, luden wir am Donnerstag (15.4.) zu einem Online-Filmgespräch ein. Es wurde im youtube-Kanal von ÖGB International, auf der facebook-Seite von weltumspannend arbeiten live übertragen.

Der virtuelle Kinosaal ist noch bis Ende April geöffnet, um sich den Dokumentarfilm “One Word” in der englischen Sprachfassung mit deutschen Untertiteln anzuschauen (das Kennwort bekommt ihr nach einem kurzen E-Mail an international@oegb.at).

Das Filmgespräch mit Regisseurin Viviana Uriona, Kameramann Mark Uriona und Christoph Streissler, Klimaexperte der Arbeiterkammer, könnt ihr euch jederzeit hier (nochmals) zu Gemüte führen:

GLOBAL CALL: “Leben retten und Arbeitsplätze schützen!”

Impfstoffe für alle! Patente aussetzen! 

Die schwere Gesundheits- und Wirtschaftskrise, die durch die aktuelle Coronavirus-Pandemie verursacht wird, zerstört Millionen von Arbeitsplätzen und macht die verbleibenden prekär, was Armut, Elend und die wirtschaftliche und soziale Ungleichheit auf der ganzen Welt erhöht, die wiederum die Kluft zwischen Nord und Süd vergrößert. Angesichts dieses globalen Notfalls ist es dringend notwendig “Leben zu retten und Arbeitsplätze zu schützen”.
Wir müssen dazu aufrufen, dass Impfstoffe ein Gemeinwohl der Menschheit sind, von dem kein privater Profit gemacht werden darf, vor allem, weil eine große Menge an öffentlichen Geldern in ihre Entwicklung investiert wurde, und dass es eine politische und moralische Verpflichtung ist, die gesamte Bevölkerung ohne Diskriminierung des Einkommens oder der Staatsangehörigkeit zu impfen.

In diesem Zusammenhang haben Gewerkschaften, soziale Bewegungen, Organisationen der Zivilgesellschaft und Persönlichkeiten dieses Dokument unterzeichnet und rufen die Arbeitnehmer_innen auf der ganzen Welt anlässlich des Weltgesundheitstages (7. April) zu Mobilisierungen auf, um von den Regierungen und Behörden zu fordern:

  • Nach dem Kriterium “Impfstoffs für alle” zu handeln, indem ein universeller und sofortiger Zugang zu Impfstoffen für alle Menschen auf der Welt gewährleistet wird.
  • Implementierung eines internationalen Systems auf Grundlage globaler Gerechtigkeit, das sich von dem Handelsmodell unterscheidet, das derzeit den Handel und die Verteilung von Waren und Impfstoffen regelt.
  • Nein zum Impf-Nationalismus! Für das Recht auf Gesundheit als Menschenrecht!
  • Aussetzen von Patenten auf COVID-19-Impfstoffe, entweder über die nationale Gesetzgebung oder sogar innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO).
  • Entwicklung von Plänen, Programmen und finanziellen Ressourcen für den Technologietransfer und Inputs für die Impfstoffproduktion in allen Regionen und Nationen. Und auf diese Weise erstellen wir die Bedingungen für mehr Länder, um ihre eigene nationale Produktion von COVID-19-Impfstoffen aufzunehmen.
  • Universellen Zugang zu Medikamenten, Verbrauchsmaterialien, Software und Ausrüstung für die Behandlung von Patienten, die von COVID-19 betroffen sind.
  • Subventionierung aller Arbeitnehmer, Bauern, Familienunternehmen und Familien, die von informeller Wirtschaft leben, die ihr Einkommen verloren haben, indem ihnen ein Mindesteinkommen für ihr Überleben zur Verfügung gestellt wird.
  • Implementierung eines außerordentlichen Investitionsplans, um die Millionen verlorener oder gefährdeter Arbeitsplätze wiederherzustellen.

Arbeiter_innen auf der ganzen Welt fordern “Impfstoffe für alle”, menschenwürdige Arbeit und sozialen Schutz: Jetzt ist Zeit zu handeln!

Titelbild: Jeyaratnam Caniceus auf Pixabay 


Fußball-WM in Katar: Tausende tote Bauarbeiter mahnen

weltumspannend arbeiten fordert die Einhaltung von Arbeitsrechten und die Wahrung von Menschenrechten bei jeder Sportgroßveranstaltung (Presseaussendung, 24.03.2021)

Morgen findet das erste Qualifikationsspiel für die Herren-Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022 statt. Besonders Sport-Großereignisse, wie eine Fußball-WM, begeistern die Massen und genießen enorme mediale Aufmerksamkeit. Dabei darf nicht vergessen werden, unter welch ausbeuterischen Bedingungen die Baumaßnahmen für diese Weltmeisterschaft passiert sind. Aufgrund der mangelnden Sicherheit auf den Baustellen und der extremen Hitze im Wüstenstaat Katar, mussten tausende Menschen ihr Leben lassen.

Seit 2013 verfolgt weltumspannend arbeiten gemeinsam mit dem ÖGB die Geschehnisse auf den Baustellen Katars und zeigt die dramatischen Bedingungen auf. Damals forderte der Verein im Zuge der Kampagne „Rerunthevote“ des Internationalen Gewerkschaftsbunds (IGB) die FIFA auf, die Wahl Katars als Austragungsort für die WM 2022 zurückzunehmen.

Positiv anzumerken ist, dass es seither zu Verbesserungen im Arbeitsrecht in Katar gekommen ist und sich die Lage für die ArbeiterInnen auf den Baustellen insgesamt verbessert hat, was auch ein Verdienst der IGB-Kampagne ist. „Gewerkschaftliche Organisation, die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Wahrung von Menschenrechten, müssen bei jeder Sportgroßveranstaltung Voraussetzung sein. Hierfür bedarf es von der Vergabe bis zur Vollendung von Aufträgen gesetzliche Rahmenbedingungen“, fordert Peter Schissler, Vorsitzender des Vereins weltumspannend arbeiten.

Morgen findet das Spiel der österreichischen Nationalmannschaft gegen Schottland in Glasgow statt. Jener Tag, an dem auch der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels begangen wird. „Wir lenken deshalb die Aufmerksamkeit auf jene Personen, die hinter den schillernden Kulissen ihr Leben und ihre Gesundheit riskieren und fordern für die Zukunft gerechte Entlohnung und menschenwürdige Arbeitsbedingungen“, so Schissler.

Zur OTS-Aussendung

Verantwortung wahrnehmen – Kinderarbeit stoppen!

Die COVID-Pandemie macht Erfolge im Kampf gegen Kinderarbeit zunichte. Laut einer ILO/UNICEF-Studie steigt die Zahl arbeitender Kinder erstmals seit 20 Jahren wieder an. 

Ausbeuterische Kinderarbeit ist verboten – durch internationale Konventionen und nationale Gesetze vieler Länder. Dennoch gibt es sie. Viele große Konzerne haben sich freiwillig verpflichtet, etwas gegen Kinderarbeit zu unternehmen, allerdings folgen nach solchen Ankündigungen zu wenige konkrete Maßnahmen. 

Es ist daher Zeit für einen neuen, wirksamen Ansatz: Staaten wie Österreich und die Europäische Union tragen über ihre Importe von Produkten, in denen Kinderarbeit steckt, eine Mitverantwortung. Durch das Erlassen von Gesetzen können sie Unternehmen darauf verpflichten, „menschenrechtliche Sorgfaltsprüfungen“ vorzunehmen. Dadurch übernehmen sie Verantwortung dafür, dass die Menschenrechte – und dazu gehört das Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit – in globalen Lieferketten eingehalten werden.  

Kinderarbeit verletzt die Rechte der Kinder auf eine Kindheit ohne Gewalt und Ausbeutung, zerstört Zukunftschancen, verfestigt Armut und verhindert eine nachhaltige Entwicklung.   

Regierungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft müssen an einem Strang ziehen: Lassen wir Kinderarbeit Geschichte werden!  

2021 internationales Jahr gegen Kinderarbeit  

www.kinderarbeitstoppen.at

Über eine halbe Million Menschen auf der ganzen Welt fordern die EU auf, Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen

Brüssel – Über eine halbe Million Menschen auf der ganzen Welt fordern ein starkes EU-Recht, um Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Menschenrechte, einschließlich Gewerkschafts- und Arbeitnehmerrechte, und die Umwelt zur Rechenschaft zu ziehen.

Diese Forderungen wurden im Rahmen der von der Europäischen Kommission eingeleiteten öffentlichen Konsultation gestellt, um die Bürger und Organisationen zu den neuen EU-Rechtsvorschriften zur Rechenschaftspflicht von Unternehmen zu bewegen, die im Juni 2021 veröffentlicht werden sollen.
Rund 700 zivilgesellschaftliche Gruppen, Gewerkschaften und akademische Einrichtungen aus der ganzen Welt haben ebenfalls ihre Ansichten dargelegt. Dies bedeutet, dass Bürger und Organisationen, die direkt an den Menschenrechten arbeiten, einschließlich Gewerkschafts- und Arbeitsrechten, und Umweltfragen gemeinsam ihre Stimme erheben.

Die Befragten fordern ein starkes neues EU-Recht, nach dem alle Unternehmen ihre Menschenrechts- und Umweltrisiken und -auswirkungen über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg identifizieren, verhindern und angehen müssen. Unternehmen müssen für schädliche Praktiken in ihrem Heimatland und im Ausland haftbar gemacht werden und müssen mit hohen Strafen rechnen, wenn sie gegen die Regeln verstoßen.

Arbeitnehmer, Gewerkschaften sowie lokale und indigene und marginalisierte Gemeinschaften müssen Hauptakteure und Quellen für Beiträge zu Menschenrechten und Umweltverträglichkeit sein. Es muss ein obligatorisches und sinnvolles Engagement für Stakeholder bestehen, die von den Aktivitäten der Unternehmen betroffen sind, einschließlich eines gezielten Engagements für den Zugang zu Gewerkschaften, Arbeitnehmern und Gemeinschaften, die möglicherweise Hindernisse für die Teilnahme an anderen Prozessen haben.

In allen Beiträgen wird gefordert, dass Opfer von Unternehmensmissbrauch in der Lage sein müssen, Gerechtigkeit zu suchen und Unternehmen durch den Zugang zu EU-Gerichten und Zivilklagen zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Beiträge wurden von zwei getrennten Kampagnen gesammelt, von denen eine von Global Witness, Anti-Slavery International und Clean Clothes Campaign in Zusammenarbeit mit Avaaz geleitet wurde und die andere von Friends of the Earth Europe, dem Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB), der Europäischen Koalition für Unternehmensgerechtigkeit (ECCJ), der Österreichischen Arbeitskammer (AK) und des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB) in Zusammenarbeit mit WeMoveEurope und SumOfUs und unterstützt von mehr als 150 zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Neue Materialien zur Verbreitung der SDG-Goals

New York, September 2015: Im Zuge einer Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde eine Resolution verabschiedet, die sich nichts Geringeres zum Ziel setzt, als weltweit ein ökologisches, soziales und ökonomisches Gleichgewicht zu etablieren. Damit ein so komplexes Vorhaben erreicht werden kann, einigten sich alle 193 Mitgliedstaaten der UNO auf die Implementierung von17 Zielen (Sustainable Development Goals – SDGs) sowie ihren 163 Unterzielen (Targets).

Um die Bekanntheit dieser Vorhaben und die Inhalte der SDG-Goals noch intensiver zu verbreiten, haben wir neue Materialien produziert. Neben einem kompakten Folder, der auf die Dringlichkeit der Umsetzung hinweist, und einem zum Thema passenden Bierdeckel, sind wir besonders auf unser SDG-Comic stolz, das die 17 Nachhaltigkeitsziele auf anschauliche Weise vorstellt. Es wurde in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ruanda erstellt.

Alle Materialien können via weltumspannend.arbeiten@oegb.at kostenfrei bestellt werden.

Petition für faire und nachhaltige Geräte für Schülerinnen und Schüler

Bildungsminister Faßmann hat angekündigt Schülerinnen und Schüler ab der 5./6. Schulstufe mit Laptops auszustatten. Die Bundesregierung plant eine Ausschreibung für die Anschaffung dieser Geräte.

In einem Schreiben vom September 2020 an Minister Faßmann fordert die AG-Rohstoffe auf faire Beschaffung und nachhaltige Nutzung Wert zu legen.

Mit jeder weiteren Zustimmung zu dieser Petition werden die Forderungen lauter!

Zur Petition und zum Schreiben an Bundesminister Faßmann