Rohstoffwende – Wie machen wir Österreich durch eine neue Rohstoffstrategie fit für die Zukunft? //
04.03.2020, 13:30 Uhr //
Albert Schweitzer Haus Schwarzspanierstraße 13 1090 Wien //

Impulsvorträge und Podiumsdiskussionen zum Lebenszyklus mineralischer Rohstoffe.

Österreich spielt im Verhältnis zu seiner Größe eine überproportional wichtige Rolle im extraktiven Rohstoffsektor. Etliche österreichische Unternehmen sind wichtige Verarbeiter von mineralischen Rohstoffen und in ihrem Geschäftssegment an der Weltspitze. Österreich ist bei bestimmten Rohstoffen stark von Importen und somit von Fluktuationen internationaler Preise und Entwicklungen in den Ursprungsländern abhängig. Gleichzeitig ist der Pro-Kopf-Rohstoffverbrauch im internationalen sowie im europäischen Vergleich überproportional hoch.

 

Recycling spielt in der Rohstoffversorgung noch immer eine untergeordnete Rolle und die ständig sinkende Lebensdauer von Produkten und Bauwerken führt trotz vermehrtem Recycling noch immer zu steigendem Primärressourcenverbrauch. Häufig steht der Rohstoffabbau in Zusammenhang mit schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen, wie Kinder- und Zwangsarbeit sowie Zwangsumsiedlungen oder Landkonflikten. Es stellt sich die Frage, wie wir in diesem Kontext Rohstoff-Fairness und verantwortungsvolle Lieferketten garantieren können.

Neben anderen Maßnahmen und Ansätzen kommt einem konsequenten Umbau unserer Ökonomie zu einer echten Kreislaufwirtschaft eine zentrale Bedeutung zu. Denn diese kann einen wichtigen Beitrag zu einer fairen Rohstoffpolitik leisten, indem sie den Bedarf an Primärrohstoffen und somit auch die Importabhängigkeit Österreichs senkt. Über Anstrengungen in der Entwicklungszusammenarbeit und globalen Umweltpolitik muss Österreich einen Beitrag leisten, dass in bislang stark von Rohstoffabbau abhängigen Regionen und Ländern alternative Einkommen und Wirtschaftssektoren geschaffen werden können. 2020 wird die österreichische Rohstoffstrategie überarbeitet und in diesem Zusammenhang gilt es die Kommunikation zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu fördern. Gemeinsam möchten wir uns darüber austauschen, wie Österreich durch die Überarbeitung der Rohstoffstrategie zur Minderung negativer Folgen im globalen Süden und gleichzeitig zur Stärkung der österreichischen Wirtschaft beitragen kann.

SpeakerInnen:

  • Au Lap Hang arbeitet für LESN (Labour Education and Service Network), einer in Hongkong ansässigen NGO, die in China aktiv ist und sich dem Themenkomplex migrantischer Arbeit, Gewerkschaften und Arbeitsrecht widmet. Er hat direkte Erfahrungen im Bereich des Lithium-Abbaus und der Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen im Elektronik-Sektor.
  • Yefferson Rojas Arango ist Mitbegründer des kolumbianischen Jugendkollektivs COSAJUCA, das Widerstand gegen das La Colosa-Bergbauprojekt in der Gemeinde Cajamarca leistete. Rund zehn Jahre nach seiner Gründung konnte das Jugendkollektiv COSAJUCA im Jahr 2017 einen großen Erfolg feiern: Im Zuge einer Konsultation sprach sich eine überwiegende Mehrheit der EinwohnerInnen der Gemeinde gegen das Bergbauprojekt aus.
  • Dom Vicente de Paula Ferreira ist Weihbischof der Erzdiözese Belo Horizonte, Brasilien. Der Dammbruch der Eisenerzmine in Brumadinho tötete 272 Menschen und zerstörte ganze
    Landstriche. Dom Vicente setzt sich für die Betroffenen ein.
  • Elisabeth Smith ist Leiterin und abfallrechtliche Geschäftsführerin des Demontage- und Recycling Zentrums (DRZ) in Wien. Weiters leitet sie die StEP Initiative, welche sich dem Austausch internationaler Akteure zum Thema Elektroaltgeräte auf globaler Ebenen widmet. Nach Abschluss ihres Studiums war sie bei der UNIDO angestellt und für den Aufbau von Recyclingsystemen für Elektroaltgeräte in Entwicklungsländern zuständig.

Ablauf:

Die Veranstaltung wird entlang des Lebenszyklus mineralischer Rohstoffe gegliedert: Abbau, Verarbeitung und Entsorgung/Recycling. Zu jedem der drei Themenfelder wird es einen Impulsvortrag geben, der im Anschluss in einem Podium mit Publikumsbeteiligung (Fish Bowl) kommentiert und diskutiert wird. Abschließend diskutiert ein hochkarätiges Podium aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Möglichkeiten, die sich durch die Überarbeitung der Rohstoffstrategie ergeben.

mehr Infos und Anmeldung

Einladung