Lehrgang //

Jetzt erst recht: Global denken, global handeln!

Krisenzeiten wie diese zeigen mehr denn je die Wichtigkeit auf, globale Zusammenhänge zu verstehen und hinterfragen zu können. Globales Handeln braucht globales Bewusstsein!

Die Corona-Pandemie führt uns in den letzten Monaten sehr deutlich vor, welche Auswirkungen die Auslagerung von Produktionen und Dienstleistungen mit sich führen. Kurzzeitig war es fast unmöglich, genügend Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel zu bekommen. Auf der anderen Seite führten Einreisebeschränkungen zu Engpässen von Arbeitskräften. Beispielsweise durften die so dringend gebrauchten ErntehelferInnen und das Pflegepersonal nicht einreisen. Die Folgen sind verheerend – nicht nur für uns, sondern auch für jene Personen, die dadurch Verdienstentgänge haben und ohnehin schon im Niedriglohnsektor arbeiten.

Durch die Pandemie sind auch die Märkte des globalen Südens eingebrochen und fordern viele Arbeitslose. Da, wo die Arbeits- und Lebensbedingungen ohnehin schon besonders prekär sind, verschärft sich die Lage massiv. Ein fehlender Sozialstaat, schlechte Gesundheitsversorgung und mangelnde Hygienemöglichkeiten haben gerade für Menschen im globalen Süden katastrophale Auswirkungen.

Beruhigt sich die Lage wieder, können wir im Norden nach wie vor bzw. wieder von billigen Produkten und Dienstleistungen profitieren. Der Kampf ums Überleben im globalen Süden geht jedoch weiter. Diese Krise zeigt, wie abhängig wir voneinander sind und wie wichtig es ist, dass wir internationale Solidarität leben, uns für menschenwürdige Arbeit entlang der Lieferkette einsetzen und uns fragen welche internationalen Instrumente es zum Schutz der Menschen- und Arbeitsrechte gibt.

Fest steht: Globale Herausforderungen brauchen gemeinsames Handeln. Daher bringt der Lehrgang „Global denken, global handeln!“ VertreterInnen aus Gewerkschaften und BetriebsrätInnen mit TeilnehmerInnen von NGOs und Initiativen in Kontakt. Frei nach dem Motto „Voneinander – miteinander lernen“ soll eine Vernetzung der TeilnehmerInnen ermöglicht werden sowie Wissen und Erfahrungen ausgetauscht werden. ReferentInnen und ExpertInnen liefern Inputs und Anregungen für Diskussionen und eigenes Engagement. Ziel des Lehrgangs ist es, die TeilnehmerInnen zu unterstützen, im eigenen beruflichen und privaten Kontext im Sinn von „Global denken, global handeln“ konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Wer? Die Zielgruppe:
Der Lehrgang richtet sich an MitarbeiterInnen von Gewerkschaften und ÖGB, BetriebsrätInnen und Gewerkschaftsmitglieder ebenso wie an MitarbeiterInnen von NGOs, die im Bereich soziale Menschen- und Arbeitsrechte aktiv sind. Alle TeilnehmerInnen sollen sich für internationale Gewerkschaftsarbeit interessieren und zu deren Stärkung aktiv beitragen wollen.

Warum? Die Ziele:
Globales Handeln braucht globales Bewusstsein: Ein Ziel des Lehrgangs ist es, globale Zusammenhänge erkennen, verstehen und hinterfragen zu können. Auf dieser Basis werden die TeilnehmerInnen, ausgehend von ihren eigenen beruflichen Kontexten, konkrete gewerkschaftliche Handlungsmöglichkeiten auf globaler Ebene entwickeln.

Globales Bewusstsein braucht Vernetzung: Kontakt mit Gleichgesinnten aus aller Welt ist besonders wichtig! Deshalb werden immer wieder spannende Gäste aus verschiedenen (Entwicklungs-)Ländern und Zusammenhängen in den Lehrgang eingeladen. Aber auch innerhalb Europas gibt es einerseits Unterschiede und Spannungsfelder, aber auch Anknüpfungspunkte für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Im Lehrgang werden Möglichkeiten geschaffen, sich zu begegnen, über Grenzen hinweg auszutauschen, gemeinsam und voneinander zu lernen.

Globales Bewusstsein soll verbreitet werden: Daher sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrgänge als MultiplikatorInnen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in ihrem persönlichen Umfeld weitergeben. Unterstützt durch das Lehrgangsteam, inspiriert von den Vorträgen und ausgestattet mit Materialien steht dem persönlichen Engagement nichts mehr im Weg!

Wie? Anmeldung und Abschluss:

Infos: Eva Prenninger-Pusch: 0732/665391/6053, eva.prenninger-pusch@oegb.at
Anmeldung:
– Anmeldung bis spätestens 30.9.2020 an weltumspannend.arbeiten@oegb.at

– Motivationsschreiben
– Aufnahmegespräch
– Voraussetzung: Gewerkschaftsmitgliedschaft

Abschluss:
– Aktive Teilnahme an allen Modulen
– Bearbeitung von Themen- und Gruppenarbeiten zwischen den Modulen
– Erstellung eines konkreten Konzepts: Eigenes Engagement nach dem Lehrgang
– Präsentation des Konzepts und Abschlussgespräch

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die den Lehrgang positiv abschließen, erhalten ein Zertifikat des VÖGB.

Darüber hinaus ist der Lehrgang mit 11,5 ECTS im Rahmen der wba akkreditiert.

Link: wba – WeiterBildungsAkademie Österreich

Wann? Die Module:
18.11.2020 – 20.11.2020 Modul 1: Wir sind international!
13.01.2021 – 15.01.2021 Modul 2: Brot und Rosen. Von Arbeit in Würde
17.03.2021 – 19.03.2021 Modul 3: Nachhaltig entwickeln
28.04.2021 – 30.04.2021 Modul 4: MultiplikatorInnen-Seminar
23.06.2021 – 25.06.2021 Modul 5: Los geht’s!
29.09.2021 – 01.10.2021 Modul 6: Das Modul danach

Die Module im Detail

Kosten

Der Lehrgang ist kostenlos, als Beitrag zu den Unterbringungskosten werden gesamt 180,- € eingehoben.

Wo?
> Bundesinstitut für Erwachsenenbildung
Bürglstein 1-7, A-5350 Strobl am Wolfgangsee

Weitere Informationen auf www.fairearbeit.at