In der Hauptstadt Tbilisi wurde zwischen Oktober 2020 und Juni 2021 die bereits fünfte Gewerkschaftsschule in Georgien angeboten. Insgesamt haben 21 TeilnehmerInnen aus den Branchen Öffentlicher Dienst, Produktion, Bildung, Energie, Transport und Handel den Lehrgang absolviert. Die Trainingseinheiten fanden Pandemie-bedingt hauptsächlich online zweimal wöchentlich von 18 – 21 Uhr statt. Die Struktur und die Inhalte der Gewerkschaftsschule wurden grundsätzlich vom österreichischen Modell übernommen und inhaltlich im Laufe der letzten fünf Jahre an die Bedürfnisse der georgischen GewerkschaftsaktivistInnen angepasst.

Aufgrund der herausfordernden Covid 19 Situation wurde von den Projektträgern bei weltumspannend arbeiten auf die Reise nach Georgien zur Sicherheit aller verzichtet und eine Online-Evaluierung geplant. Diese wurde in drei Etappen mit den TeilnehmerInnen, den TrainerInnen und dem Projektteam durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass die AbsolventInnen, aber natürlich auch schon die TeilnehmerInnen der Gewerkschaftsschulen in Georgien eine wertvolle Ressource für die Aktionen des Georgischen Gewerkschaftsbundes darstellen. In den Evaluierungstreffen wurde ausführlich von den Protesten im Heilquellenort Borjomi berichtet. Die Belegschaft der Flaschenfabrik erwirkte über ausdauernde Proteste die erneute Etablierung eines Betriebsrates, nach der Demontage durch die Fabriksleitung. Als weiteres Beispiel wurden die Proteste von 4000 BergarbeiterInnen in Chiatura hervorgehoben, die sehr überlegt und deeskalierend geführt wurden und schließlich eine 30%ige Lohnerhöhung als Ergebnis vorweisen können.

Die Auseinandersetzung mit Social Media im Einsatz auf der Straße und der große Bedarf an Wissen über das Arbeitsrecht, speziell auch für Frauen, wurde bei den Treffen betont. Spürbar gestiegen ist der Bedarf und das Interesse an den Gewerkschaftsschulen im letzten Jahr zusätzlich durch die Verbesserungen im Arbeitsrecht und die Neustrukturierung des Arbeitsinspektorats.

Abschließend unterstrich Tamaz Dolaberidze, Vizepräsident des georgischen Gewerkschaftsbundes, die Branchengewerkschaften brauchen die Dienstleistung, die die Gewerkschaftsschule anbietet. Es ist ein tolles Projekt, dass handfeste Ergebnisse gebracht hat.

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