An unserem zweiten Tag in Kapstadt hatten wir wieder viel vor.

Gestartet haben wir  bei CCDI (Cape Craft & Design Institute).

Solly Fazel-Ellahi arbeitet für CCDI als  selbstständiger Unternehmensberater. Seit dem Ende der Apartheid gibt es endlich für historisch benachteiligte Gruppen die Möglichkeit Unternehmen zu eröffnen. Heute arbeitet ca. 60% der Bevölkerung in Südafrika in Kleinbetrieben. Diese stellen somit das Rückgrat der Wirtschaft dar.

Teilweise haben die angehenden Geschäftleute Wissenslücken bei der Unternehmensführung. Hier hilft Solly mit seinem Wissen, damit JungunternehmerInnen erfolgreich arbeiten können.

CCDI  ist eine Nichtregierungsorganisation und unterstützt Kleinunternehmen im Bereich Handwerk & Design. CCDI wurde 2001 als Entwicklungsagentur gegründet.

http://www.ccdi.org.za/

Die Organisation unterstützt kreative Köpfe bei der Umsetzung der Ideen. Hierbei geht es jedoch weder um eine finanzielle Unterstützung oder rein technisches Training. CCDI bietet Hilfestellung in unterschiedlichen Bereichen wie Unternehmensführung, Finanzmanagement, Entwicklung von neuen Ideen etc., umsetzen müssen es die KünstlerInnen jedoch selbst. Es sollen keine Abhängigkeiten geschaffen werden, sondern selbstständige Geschäftsleute hervorgehen.

Im Anschluss an die Informationen von Solly und CCDI besuchten wir ein erfolgreiches Projekt: Streetwires.

http://streetwires.co.za/

Streetwires gibt es seit 2001 und verkauft Figuren aus Perlen. Hier arbeiten ca. 30-40 Personen. Anfangs hatte das Unternehmen bis zu 200 Angestellte. Nach und nach entschieden sich die Unternehmensgründer dafür, das Unternehmen nach dem Vorbild von E.F. Schuhmacher „Small is beautifull“ zu verkleinern. Streetwires hatte zu Beginn bis zu 70% Fluktuation. Dieser Umstand ist in diesem speziellen Fall jedoch positiv zu bewerten. Für viele war die Anstellung bei Streetwires die erste formelle in ihrem Leben und diente als Sprungbrett für die eigene Selbstständigkeit oder weitere Anstellungen.

UCTEU (UCT Employees Union)

Unser letzter Stopp an diesem Tag war ein Besuch der Gewerkschaft UCTEU an der Universität von Kapstadt. Neben Andrea Boss (Vorsitzende für das administrative Personal) und Yasmin Fazel-Ellahi (ja, es ist die Frau von Solly ;-) ) standen uns noch weitere GewerkschaftsvertreterInnen für ein Gespräch zur Verfügung. UCTEU ist unter dem Dach von COSATU, hat ca. 1.500 Mitglieder und vertritt 3.000 ArbeitnehmerInnen. An der Uni sind drei Gewerkschaften vertreten.

Ein großes Thema für die Gewerkschaft ist die Arbeitsverdichtung. Die Universität hatte in den letzten Jahren einen großen Studierendenzuwachs, jedoch nicht bei den administrativen Angestellten. Das stellt eine große Belastung für die Mitarbeitenden dar. Heute gibt es ca. 26.000 StudentInnen an der UCT. Letztes Jahr hatte die Uni ca. 20.000 Bewerbungen, aber nur 5.000 Studienplätze. Die Uni hat 6 Fakultäten. Die Studiengebühren sind je nach Fakultät verschieden und belaufen sich auf 35.000 – 40.000 Rand pro Jahr.

Insgesamt war es ein spannender Austausch mit unseren KollegInnen der UCTEU.

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